Zu viel Stress, was tun? Sechs Fehler von Menschen mit zu viel Stress 

Menschen, die unter Stress stehen, machen häufig mehr vom selben. Ein Hektiker versucht, seine vielen Aufgaben durch noch mehr Hetzen zu bewältigen. Ein Perfektionist versucht, die Arbeit noch perfekter zu machen und setzt sich dabei mehr unter Druck. Doch diese Strategien funktionieren nicht. Was es braucht, ist, dass sie etwas anderes tun. In diesem Artikel beleuchten wir sechs Fehler, die Menschen mit zu viel Stress begehen. Und wir schauen, wie du diese vermeiden kannst.

Fehler 1: Keine Grenzen setzen

Grenzen sind in unserer Gesellschaft nicht in. Geht nicht, gibt's nicht! Amazon Same-Day-Lieferung, One Click Pay, Kurztrips nach Bali und Tinder sind Ausdruck dieser Grenzenlosigkeit. Dabei sind Grenzen wichtig für uns Menschen. Denn sie geben uns und anderen Orientierung.

Menschen, die ihre Grenzen nicht akzeptieren, machen zu viel. Sie glauben, sie könnten von frühmorgens bis spätabends arbeiten und schaffen. Das stimmt nicht. Wir sind keine Produktivitäts-Maschinen. Wir können nicht unbegrenzt schaffen. Unsere Willenskraft ist begrenzter, als viele von uns denken. Wir brauchen oftmals viel mehr Ausgleich, als dem einen oder anderen Hektiker lieb ist.

Was uns an dieser Stelle täuscht, ist unser Gefühl. Denn es fühlt sich so an, als könnten wir viel leisten. Das Gefühl ist lediglich Ausdruck einer Gewohnheit. Doch eine Gewohnheit kann schädlich für uns sein. Genauso wie bei einem Drogensüchtigen. Das Verlangen nach mehr ist da, tut der Person jedoch nicht gut. 

Versuche einmal, zu schauen, wann du dich müde und erschöpft fühlst. Das sind klare Zeichen deines Körpers, dass du an deiner Grenze angekommen bist. Arbeitest du ständig darüber hinweg, kommst du in den Bereich von Erschöpfung und Burnout.

Wir überschreiten unsere Grenzen auch, wenn wir nicht Nein sagen. Viele Harmoniesüchtige, die nicht Nein sagen können, haben Angst davor, andere zu enttäuschen. Doch wer nicht richtig Nein sagen kann, kann auch nicht richtig Ja sagen; wer immer zu allem Ja sagt, weiß nach einiger Zeit selbst nicht mehr, was er mag und was nicht. Wenn du das tust, entfernst du dich auf diese Weise von dir selbst.

Andere verlieren dann ebenfalls ihren Respekt vor dir. Denn sie wissen: Sie können alles von dir fordern, ohne dass du einen Einwand entgegenbringst. Das macht dich anfällig für Ausbeutung und Mobbing.

Andere Menschen wollen deine Grenzen spüren. Sie wollen wissen, dass ihnen eine echte Person gegenüber steht, die Neigungen hat und deswegen auch Nein sagen kann. Tust du das nicht, wirst du eher wie eine Abladefläche. Mehr dazu...

Stress und Burnout effektiv vorbeugen
  • Mit Mit Burnout-Test und Übungen
  • Für die Praxis geschrieben
  • Schnell und leicht zu lesen

Fehler 2: Unangenehme Gefühle vermeiden


Menschen, die unbedingt unangenehme Gefühle vermeiden wollen, haben es schwer im Leben. Jede kleine Unannehmlichkeit ist ihnen zu viel. Manchmal müssen jedoch unangenehme Situationen bestritten werden. Zum Beispiel bei Konflikten. Oder auch, wenn du Nein sagst (Siehe Fehler 1).

Gerade Menschen, die nicht Nein sagen können, tun dies, weil ein Schamgefühl einsetzt. Es ist ihnen unangenehm, eine Bitte auszuschlagen. Es ist sogar scheinbar so, als wären unangenehme Gefühle das Schlimmste der Welt. 

Das sind sie in Wahrheit aber gar nicht.

Deine unangenehmen Gefühle sind lediglich Bewegungen in deinem Körper. Mehr nicht! Da jedoch unangenehme Emotionen nicht gerne gesehen sind, versuchen wir sie zu verbergen. Manche tun es derart stark, dass sie glauben, die Welt würde untergehen, wenn sie zum Vorschein kämen.

Es braucht Mut, dich deinen unangenehmen Gefühlen zu stellen. Das ist jedoch essentiell, wenn du zu viel Stress hast. Probiere doch mal aus, trotz schlechter Gefühle, das Richtige zu tun. Sprich:

  • Nein zu sagen
  • langsamer zu machen
  • Imperfektion zuzulassen.

Hier noch eine kleine Übung für dich. Jeder von uns hat eine bestimmte Schrittgeschwindigkeit beim Gehen. Probiere doch einmal, langsamer zu gehen, als du es gewohnt bist. Sofort wirst du mit einem unangenehmen Gefühl in Kontakt kommen. Halte dieses aus und gehe trotzdem langsamer. 

Vielleicht bemerkst du, dass du mit einem Falsch-Gefühl in Kontakt kommst. Nach dem Motto: diese Schrittgeschwindigkeit passt nicht zu mir. Dieses Gefühl ist jedoch eine Täuschung. Wenn du weiter trainierst, wirst du das neue Schritttempo für dich annehmen. Deine Gefühle sind also nicht der Weisheit letzter Schluss. So Können dich genauso die Gedanken täuschen.



Fehler 3: Keine Hilfe holen


Menschen, die zu viel Stress haben, holen sich oftmals keine Hilfe. Sie glauben, alles allein machen zu müssen. Sie haben den Eindruck, wenn sie jemanden um Hilfe bitten, dass das ein Zeichen von Schwäche sei.

Das stimmt jedoch nicht.

n der Evolution sind wir Menschen deswegen so weit gekommen, weil wir uns gegenseitig unterstützt haben. Es ist also eine Stärke, sich Hilfe von anderen zu holen. 

  • Wenn du zu viel zu tun hast auf der Arbeit, frage andere, ob sie dich unterstützen.
  • Wenn du etwas nicht verstehst, frage andere, ob sie es dir erklären. 
  • Wenn dir etwas zu schnell geht, frage ob sie langsamer machen können. 
  • Wenn du Sorge hast, dass du etwas nicht schaffen könntest, bitte andere um Mithilfe und Rat.

Auf diese Weise wirst du viel Stress abbauen. 

Wenn es dir zunächst unangenehm ist, andere um Hilfe zu bitten, halte diese unangenehmen Gefühle aus und tue es trotzdem (Siehe Fehler 2: Unangenehme Gefühle vermeiden).

 Wellen guter Hilfe können sein: 

  • Freunde, die das können, was du noch nicht kannst.
  • Ein Coach, der dich in deinem Prozess unterstützt
  • Ein Buch oder auch ein Online-Kurs


Verstehe und löse stressige und ängstigende Gefühle mit dem Selbstcoaching-Onlinekurs: Innere Antreiber

Fehler 4: “Wenn ich mich um mich kümmere, bin ich ein Egoist.”


Menschen,die zu viel Stress haben, glauben oftmals von sich, dass sie Egoisten seien, wenn sie sich um sich selbst kümmern. Das jedoch ist ein Irrglaube.

Egoismus bedeutet, nur seine eigenen Interessen zu verfolgen, ohne Rücksicht auf andere. Im Gegensatz dazu steht Selbstfürsorge. Selbstfürsorglich zu sein bedeutet, auf sich acht zu geben.

Beispiel Krankheit: Menschen, die zu wenig auf sich selbst achten, gestehen anderen zu, sich krankschreiben zu lassen. Wenn sie allerdings selbst Fieber haben, kommen sie weiterhin zur Arbeit. An dieser Stelle kann es hilfreich sein zu schauen, was sie anderen zugestehen, aber bisher nicht sich selbst.

Eine Prüffrage könnte lauten: Gestehe ich das, was ich haben will, auch anderen zu? Lautet die Antwort ja, dann tue es.

Du kannst dich also schon krankschreiben lassen, wenn es dir nicht gut geht. Du musst nicht erst halb tot sein.

Das Gleiche gilt für das Ausschlagen von Gefallen. Du bist kein schlechter Freund, wenn du einmal einen Gefallen nicht erfüllst. Denn es ist nicht notwendig, sich zu verbiegen. Du hast ein Recht darauf, stressfrei und entspannt zu leben. Und solange kein Notfall vorliegt, kannst du ruhig auch mal einen Gefallen ausschlagen.

Manchmal bekommen Leute, die Nein sagen den Vorwurf zu hören: “Du bist ein Egoist!”

Lass uns überprüfen, wer in einem solchen Fall der Egoist ist. 

Derjenige, der den Vorwurf macht? Oder derjenige, der den Vorwurf erhält?

Meistens ist es derjenige, der den Vorwurf tätigt. Denn er will etwas für sich vom anderen haben.

Es ist auch noch interessant zu beobachten was passiert, wenn man zu einem Mitmenschen Nein sagt. Wird er danach die Beziehung unterbrechen? Oder kann er trotz deines Neins weiter mit dir in Beziehung bleiben? Das ist ein wichtiger Indikator für eure Beziehungsqualität. Denn eine gute Beziehung bleibt auch stabil, selbst wenn einer mal Nein sagt.


Fehler 5: Keinen Ausgleich haben


Menschen, die unter zu viel Stress leiden, haben oftmals keinen Ausgleich. Sie haben sich zu viele Aufgaben aufgeladen und deswegen keine Zeit mehr, sich um ihr seelisches Wohl zu kümmern. 

Wenn dir das bekannt vorkommt, solltest du das unbedingt ändern. Denn wir Menschen sind keine Maschinen, die im Takt arbeiten. Wir sind Lebewesen mit Bedürfnissen. Zum Beispiel nach Ruhe, nach Aktivität, nach Schlaf, nach Kreativität, nach Spiel, nach Beziehung, nach Herausforderung, nach Liebe und Anerkennung, nach Sicherheit und vielem anderen.

All diese Bedürfnisse wollen erfüllt werden. Mit zu vielen Aufgaben und zu wenig Puffer fallen manche Bedürfnisse hinten runter. Wir werden gestresst.

Wenn du deinen Ausgleich suchst, achte darauf, dass er dir Energie gibt. Das kann ein Gespräch mit einem guten Freund sein. Das kann aber auch ein erfüllendes Hobby sein. Manche finden in Musik ihre Ruhe. Andere wiederum beim Imkern. Ein nächster beim Meditieren. Wiederum andere brauchen ihren Sport zum Ausgleich.

Was du persönlich brauchst, ist individuell. Falls du es noch nicht weißt, womit du dich ausgleichen kannst: Experimentiere! Erlaube dir dabei, Fehler zu machen und dich umzuentscheiden.

Hier noch ein paar Tipps, die viele Menschen zum Ausgleich nutzen:

  • Spazierengehen in der Natur
  •  regelmäßiger Sport und Training
  •  selbst kochen
  •  Gartenarbeit
  •  Computer spielen
  •  Brettspiele mit Freunden
  •  singen
  •  tanzen

Es sind Tätigkeiten, die dich von deinem Alltag ablenken. Wichtig ist, dass sie dir persönlich Energie geben. Und das kannst nur du ganz allein entscheiden. Und wenn es für dich Heavy Metal-Musik ist, dann ist das auch okay.


Fehler 6: Nichts unternehmen


Menschen, die zu viel Stress haben, unternehmen oftmals nichts gegen ihn. Sie machen einfach so weiter, wie bisher. Doch das führt langfristig gesehen in eine Sackgasse. Was sie brauchen, ist eine echte Veränderung. 

Aber wie? 

Menschen mit zu viel Stress haben oftmals keine Idee, was sie verändern müssten. An dieser Stelle ist es wichtig, zu verstehen, dass es zunächst keine große Rolle spielt, was sie verändern. Es ist viel wichtiger, dass sie etwas verändern und sich Fehler zutrauen. Denn über das Experimentieren und Ausprobieren kommen wir Menschen zu neuen Lösungen. 

Frage doch mal einen guten Freund, was du anders machen könntest. Das wird dir eine erste Inspiration geben.

Weitere Ideen findest du auf dieser Webseite ... Mit Büchern, Online-Kursen, Trainings und Coaching. Wichtig ist, dass du etwas veränderst.


Falls du Fragen,  Feedback oder Anmerkungen hast, freuen wir uns über einen Kommentar. 

Video: Zu viel Stress, was tun?

Hier haben wir dir ein Video zum Artikel vorbereitet, in dem das Wichtigste zum Thema "zu viel Stress" erklärt wird:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Zusammenfassung und PDF-Download

Hier kannst du dir eine Zusammenfassung als PDF downloaden:

>