Transaktionsanalyse lernen: Erfahrungsbericht meiner Ausbildung in TA mit Möglichkeiten für dich

Transaktionsanalyse lernen, lohnt sich das überhaupt? In diesem Artikel möchte ich davon berichten, was ich während meiner Ausbildung gelernt habe. So habe ich den Artikel strukturiert:

  • So kam ich zur Transaktionsanalyse (TA)
  • Der Transaktionsanalyse 101 Kurs
  • Die Transaktionsanalyse Ausbildung
  • Entwicklung eines eigenen Kurses
  • Fazit

Übrigens:

Grundkurs Transaktionsanalyse

Mit dem Grundkurs Transaktionsanalyse kannst du sofort anfangen TA zu lernen und dir deine TA 101 Zertifizierung holen.

So kam ich zur Transaktionsanalyse

Ich saß im Seminarraum, mit mir 15 andere Teilnehmer. Wir waren auf dem Trainerlehrgang für Neurolinguistisches Programmieren (NLP). Wir stellten uns vor und erzählten von unseren Berufen. Zu dieser Zeit befand ich mich mitten im Studium. Einer der Teilnehmer sagte, dass er „Transaktionsanalytiker“ sei. Das war 2009. Dort hörte ich diesen sperrigen Begriff zum ersten mal. Der Transaktionsanalytiker und ich freundeten uns an. Er hatte allerlei interessante Ansichten und ich wollte mehr erfahren. Er schenkte mir ein Buch - „Die Transaktionsanalyse: Eine Einführung“. Den nächsten Monat hatte ich damit zu tun, es zu lesen. Es ist zwar einfach geschrieben, doch ist es reich an Inhalten. Ich hatte Mühe die dargestellten Konzepte zu durchdringen. Glücklicherweise telefonierte ich ab und zu mit meinem neuen Freund. Er mir half die beschriebenen Konzepte besser zu verstehen. Ich bekam eine Idee davon, dass hinter dem abschreckenden Wort „Transaktionsanalyse“ etwas sehr Brauchbares stecken könnte.

Nachdem ich das Buch gelesen hatte, hatte ich mir ein erstes Verständnis der Ich-Zustände und von Transaktionen erarbeitet. Das Thema „Skript“ war mir auch untergekommen.

Der Transaktionsanalyse 101 Kurs

Manfred lud mich zu sich nach Süddeutschland ein. Er gab einen Einführungsworkshop bei dem ich Transaktionsanalyse lernen konnte, den TA 101 Kurs. Daran wollte ich unbedingt teilnehmen. Freitagnachmittag ging es los. Das war 2010, ein Jahr nachdem ich zum ersten mal von TA gehört hatte. Ich kann mich noch erinnern, dass wir viele Übungen gemacht hatten. Eine davon war, dass wir den Ich-Zustand wechseln sollten und ich es nicht fertig brachte das Eltern-Ich zu verlassen. Mir gruselt es noch immer, wenn ich an diesen Moment zurückdenke. Der Workshop war gut - ich erhielt kurze Einführungen in verschiedene Konzepte der TA. Was mir jedoch fehlte - und das konnte ich damals noch nicht benennen, war ein Überblick über die TA. Wo konnte ich die Konzepte einordnen? Da ich Dinge bevorzugt zuerst mit dem Kopf begreife, fehlte mir Orientierung.

Später in der Ausbildung (wir gehen gleich genauer darauf ein) las ich das Handbuch der TA und die Anforderungen an den TA 101 Kurs. Ich dachte mir: „So viele Inhalte habe ich sicherlich nicht in meinem Einführungskurs gehabt.“ Mein Einführungskurs hatte drei Tage und damit definitiv länger als die vorgeschriebenen 12 Stunden gedauert. Dennoch waren mir manche Konzepte noch fremd. Ich wusste zum Beispiel noch nichts über Maschen und Maschengefühle, obwohl ich dieses Konzept heute so oft verwende.

Später meinte ein lehrender Transaktionsanalytiker einmal zu mir, dass sich die Lehrenden im Prinzip einig seien, dass man gar nicht alle geforderten Inhalte innerhalb der Zeitdauer des 101 Kurses lehren könne. Dem stimme ich aus heutiger Sicht zu.

Die Transaktionsanalyse Ausbildung

2012 entschloss ich mich eine langfristige Ausbildung zu beginnen, um intensiv Transaktionsanalyse lernen zu können. TA überzeugte mich in mehrfacher Hinsicht:

  • TA ist unaufgeregt
  • TA ist bodenständig und konkret
  • TA ist fassbar
  • TA hat ethische Standards
  • TA gehört zur humanistischen Psychologie
  • TA hat tolle Konzepte

Die dreijährige Ausbildung zum TA-Berater bedeutete für mich eine längere Bindung. Da ich bisher ein schnelllebiger Typ und auch an schnellen Resultaten interessiert war, fiel mir die Entscheidung gar nicht so leicht. Doch ich bemerkte, dass ich psychisch noch nicht auf dem Level war, wie ich es gern sein wollte. Es brauchte einen längerfristigen Weg, nicht immer nur die schnelle psychologische Intervention - wie es das NLP macht. TA schien mir dafür die geeignete Methode zu sein.

TA-Berater---Transaktionsanalyse-lernen-transaktionsanalyse-online-de

Ende 2012 zog ich von Hamburg nach Berlin, um meine Ausbildung zum Transaktionsanalytiker zu beginnen. Wir starteten in einer Gruppe von ungefähr zehn Personen. Mein Trainer Rainer ist im Feld „Psychotherapie“ ausgebildet. Die TA bedient aber noch drei weitere Felder:

  • Erwachsensenbildung
  • Beratung
  • Organisation

Allerdings ist das für die ersten drei Jahre nicht so relevant. Später muss man sich festlegen. An den Ausbildungswochenenden hatten persönliche Themen Vorrang zu inhaltlichen. Wir hatten also einen guten Anteil Gruppentherapie. Die Konzepte flossen auch immer wieder mit ein. Ich bemerkte während der Ausbildung, dass hier keine schnellen Wunderheilungen zu erwarten waren. Das frustrierte mich zunächst. Anhand von alltäglichen Situationen wurde im Kleinklein gearbeitet. Ich fragte mich, warum die Teilnehmer nicht mit ihren großen Themen rausrückten und dachte mir schon ich sei hier falsch.

Gras wächst nicht schneller, indem man daran zieht

Ich litt die ersten zwei Jahre unter der scheinbaren Langsamkeit und dem vielen Kleinklein der Ausbildung. Ich dachte zwischenzeitlich auch schon daran abzubrechen. Doch im dritten Jahr löste sich bei mir ein Knoten. Tatsächlich waren wir ganz und gar nicht langsam und das Rummachen im Kleinklein ergab auch auf einmal Sinn. Ich verstand, dass es genau dieses Kleinklein ist, was den Alltag und damit auch das Leben unheimlich stark beeinflusst. Durch die vielen bearbeiteten, scheinbar unbedeutenden Situationen kamen auch die größeren Themen zum Vorschein und lösten sich. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Grundannahmen der Transaktionsanalyse (z.B. "Die Menschen sind in Ordnung") für Floskeln gehalten. Doch nun füllten sie sich mit Leben. Ich bemerkte an mir selbst wie oft ich die Menschen für nicht in Ordnung hielt und wie ich mit meiner Nichtbeachtung dieser Grundannahme immer wieder in unschöne Situationen geriet. Hier ein Video über die Grundannahmen der TA:

Durch's Transaktionsanalyse lernen hatte ich immer mehr die Möglichkeit mich in entsprechenden Situationen neu zu entscheiden. Wenn ich mich über jemanden lustig machte, verstieß ich beispielsweise gegen die Grundannahme: „Die Menschen sind in Ordnung“. Denn mit meinen Späßen ließ ich die andere Person nicht mehr in Ordnung sein. Wenn ich mich dabei ertappte, wie ich dagegen verstieß, tadelte ich mich in Gedanken hart und verstieß damit schon wieder gegen die Annahme. Doch diesmal richtete sich der Verstoß gegen mich selbst. Ich verurteilte mich statt andere. Doch gehöre ich ja auch zu den Menschen, die in Ordnung sind.

SteffenTA-Berater

Die Menschen sind in Ordnung.

Dazu gehören die anderen, aber auch man selbst. Es gilt nicht nur auf die anderen zu achten, sondern im gleichen Maß auch auf sich selbst.​

Inzwischen mache ich mich kaum noch über andere lustig und falls doch, kann ich milde mit mir sein. „Die Menschen sind in Ordnung“-Annahme habe ich schon ein wenig mit Leben gefüllt. Für mich ist sie eine der schwersten umzusetzenden Annahmen, obwohl sie doch so einfach klingt. Leider hatte ich es nicht anders gelernt als mich selbst aufzuwerten, indem ich andere abwertete. Das finde ich nicht schön, doch hat jeder Mensch einen anderen Startpunkt, von dem aus er sich entwickeln kann. Meiner war an dieser Stelle. Es war das Richtige für mich das zu akzeptieren. Durch's Transaktionsanalyse lernen habe ich begriffen, dass es auch anders geht.

Am Ende der drei Jahre reflektierte ich in meiner Abschlussarbeit meinen bisherigen Werdegang mit Transaktionsanalyse. Ich hatte mir Jahresziele gesetzt, die vor allem auf die Entwicklung meiner Gefühlswelt abzielten:

- Ziel 09/2012 bis 09/2013: Sensibilität integrieren (reifer Umgang mit Gefühlen)

- Ziel 09/2013 bis 09/2014: Meine Gefühle klar benennen können, verstehen und wissen, woher meine Gefühle kommen, für mich und meine Bedürfnisse einstehen, auch gegen Widerstand, mich zeigen

- Ziel 09/2014 bis 09/2015: Sehnsucht bedienen, Eitelkeit schrumpfen, integriert arbeiten können, Beziehung erfüllend weiterentwickeln, Beziehung zu mir vertiefen

Das sind meine Originalziele, wie ich sie mir gesteckt hatte. Es ist zu erkennen, dass sich die Entwicklung der Gefühlswelt im Verlauf der Jahre deutlich verfeinert ist. Während ich mir am Anfang eher ein unbestimmtes Ziel gesetzt hatte (weil ich es nicht besser wusste), sind die Themenfelder später wesentlich differenzierter. Ich habe viel mehr Einblick in mein Gefühlsleben gewonnen und habe dabei eines für mich verstanden: Gras wächst nicht schneller, indem man daran zieht. Genauso ist es mit menschlicher Entwicklung: Die Seele braucht Zeit alte Verletzungen zu verarbeiten. Gerade wenn sich viel angehäuft hat und der Haufen im Unterbewussten gut versteckt war - zu Recht - um das eigene psychische System stabil zu halten, braucht es seine Zeit das Gesammelte zu verarbeiten. Der Prozess ist bei mir auch noch nicht abgeschlossen. Das muss er auch nicht. Ich gebe meiner Seele die Zeit, die sie benötigt und arbeite konstant weiter an mir.

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Die Entwicklung eines eigenen TA-Kurses, um strukturiert Transaktionsanalyse zu lernen

Ich hatte mir während meiner ganzen Transaktionsanalyse Ausbildung mehr Übersichtlichkeit und Struktur gewünscht. Ich hatte jedoch nichts gefunden, was mir dieses Bedürfnis ernsthaft erfüllt hätte. Deswegen entschied ich mich einen eigenen TA-Kurs zu erstellen, damit ich endlich Klarheit haben würde.

Grundkurs-TA---Transaktionsanalyse-lernen-transaktionsanalyse-online-de

Zusammen mit meinem Partner Jürg haben wir den Grundkurs Transaktionsanalyse erstellt, der auch die Möglichkeit bereit hält deine TA 101 Zertifizierung zu bekommen. Mit ihm bekommst du einen gut strukturierten und übersichtlichen Einstieg in die TA, wie ich ihn mir damals gewünscht hätte. Außerdem haben wir ihn so konzipiert, dass du berufsbegleitend Transaktionsanalyse lernen kannst. Du lernst die Konzepte vertieft kennen, was dir sofort einen Mehrwert für dein jetziges Leben bringt. Informiere dich hier! Solltest du dich für eine längerfristige Ausbildung in TA entscheiden, helfen dir die Lernmodule den Überblick zu behalten und dich innerhalb kürzester Zeit auf die Themen vorzubereiten. Das alles mit kurzen, ansprechenden und lebensnahen Videos und Übersichten.

Fazit

Transaktionsanalyse ist für mich zu einem Lebensweg geworden. Ihre Haltung in Kombination mit hervorragenden Konzepten helfen mir täglich bei der Einschätzung von Situationen. Sie hilft mir dabei mich immer wieder neu auszurichten, mich neu zu positionieren, mich neu zu halten und im Hier und Jetzt zu bleiben, statt alte Geschichten abzuspulen. TA verfolgt ein Entwicklungsziel - persönliche Autonomie. Sie besteht aus:

  • Spontanität (Entscheidungsmöglichkeiten zu haben, statt innere Automatismen ablaufen zu lassen)
  • Intimität (echter Gefühlsausdruck ohne Ausbeutung)
  • Bewusstheit (die Unverwechselbarkeit des Augenblicks und der Dinge wahrnehmen können)

Mit diesem Entwicklungsziel kann ich mich zu 100% identifizieren. Deswegen werde ich auch meine Ausbildung in Transaktionsanalyse fortsetzen.

Was interessiert dich an Transaktionsanalyse? Schreibe mir in die Kommentare! Ich beantworte jeden Kommentar persönlich.

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Transaktionsanalyse lernen: Erfahrungsbericht meiner Ausbildung in TA
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Transaktionsanalyse lernen: Erfahrungsbericht meiner Ausbildung in TA
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Transaktionsanalyse lernen, lohnt sich das überhaupt? In diesem Artikel möchte ich davon berichten, was ich während meiner Ausbildung gelernt habe.
Steffen Raebricht
Steffen Raebricht
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