• 3. November 2020

Strokes Transaktionsanalyse - Hier erhältst du gute Aufmerksamkeit (inkl. PDF Übung) 

Eines der psychologischen Grundbedürfnisse ist das Bedürfnis Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen. In der Transaktionsanalyse werden jegliche Art von Aufmerksamkeit Strokes genannt. Dieser Artikel beleuchtet, wie du sie dir auf gute Weise holen kannst. Außerdem zeigen wir dir Wege, schlechte Zuwendung und Aufmerksamkeit zu vermeiden.

1. Definition Strokes Transaktionsanalyse


Als Strokes werden unterschiedliche Formen von Aufmerksamkeit bezeichnet. Sie können als negativ oder positiv wahrgenommen werden. Ein Stroke kann verbal oder nonverbal über eine Person an sich, ihr Verhalten oder ihre Leistung gegeben werden.

Berührt zu werden, signalisiert uns, dass wir “dabei” sind und damit, dass wir “sind”. Es geht um Zuwendung jeglicher Art und um Anerkennung des eigenen Seins. Das englische Wort Stroke kann für Streicheln stehen oder auch für einen Schlag.

Ob wir also jemandem im übertragenen Sinne über den Kopf streicheln oder ihm eine Kopfnuss geben, bei Beidem handelt es sich um eine Form von Aufmerksamkeit. Da es kein deutsches Wort gibt, das diesen englischen Ausdruck befriedigend übersetzt, indem es sowohl die wohltuenden wie auch die schmerzhaften Aspekte umfasst, wird auch im deutschen Sprachraum in der Regel der englische Begriff “Stroke” verwendet.

Was können wir bei Menschen stroken?

  • Die Person: “Schön, dass du da bist.”
  • Das Verhalten: “Ich mag das überhaupt nicht, wie du das machst.”
  • Die Leistung: “Klasse, dass du deinen Abschluss geschafft hast.”

Wir alle brauchen Strokes und wir erleben es als Mangel, wenn wir sie nicht bekommen. Sie stellen eines der drei psychologischen Grundbedürfnisse der Transaktionsanalyse dar.
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Die drei psychologischen Grundbedürfnisse. Eines von ihnen sind Strokes

Wenn du mehr über die psychologischen Grundbedürfnisse erfahren willst, gibt es hier einen Artikel, der sie mit dem Ziel der TA kombiniert. Dadurch erhältst du einen Leitfaden für deine Entwicklung.


2. So bekommen wir Aufmerksamkeit


Ein Stroke kann verbal oder nonverbal weitergegeben werden. Oft auch in einer Kombination. Beispielsweise wenn ein Vorgesetzter einen Mitarbeiter anerkennend auf die Schulter klopft und sagt: “Das haben sie gut gemacht.” Das Schulterklopfen stellt einen nonverbalen Stroke dar. Er könnte aber auch genauso gut ohne etwas zu sagen gegeben werden, kenntlich etwa durch den Blick oder Gesten. Weiter können Strokes unterteilt werden in

  • positiv - negativ
  • bedingungslos - bedingt

Ein positiver Stroke wird vom Empfänger als angenehm empfunden, während ein negativer das Gegenteil bewirkt (Aber immer noch besser als gar keiner, so als wäre man gar nicht vorhanden). Bei bedingungslosen Strokes geht es um den Menschen als solches. Bei bedingten wird auf ein Verhalten oder eine Leistung Bezug genommen.

Ein strenger Elternteil zeigt seinem Kind nur Liebe, wenn es gute Noten in der Schule schreibt. Hier handelt es sich um bedingte Aufmerksamkeit. Ein anderer Elternteil hingegen liebt das Kind bedingungslos. Also ungeachtet von den Schulnoten oder anderer Taten.

Kombiniert man diese Aufteilungen, könnte das so aussehen:

  • Positiv-bedingungslos, z.B. “Ich mag dich.”
  • Positiv-bedingt, z.B. “Das hast du  gut gemacht.”
  • Negativ-bedingte, z.B. “Was du abgeliefert hast ist Mist.”
  • Negativ-bedingungslose, z.B.  “Du bist doof.”


Beispiel:

Lass uns die Strokes Transaktionsanalyse anhand eines Beispiels besprechen: Christian hat seine Familie zu Besuch und möchte es gerne allen recht machen. Deswegen springt er ständig vom Essenstisch auf um noch Kleinigkeit nachzureichen. Das wiederum nervt einige seiner Gäste. Irgendwann sagt jemand genervt: “Jetzt renn nicht immer so nervös hin und her.”

  1. Christian empfindet den Stroke wahrscheinlich als negativ.
  2. Er ist an eine Bedingung geknüpft, nämlich sein Verhalten als Gastgeber.
  3. Der Stroke ist verbal, also in Worten ausgedrückt und wird möglicherweise mit nonverbalen Signalen begleitet, z.B. Augen verdrehen oder begleitet von einer Handbewegung
Strokes-Transaktionsanalyse-Beispiel

Christian könnte sich so etwas denken wie: "Nie kann ich irgendetwas richtig machen."


Jetzt könnte die Frage aufkommen: Gibt es vielleicht einen besten Stroke? Außer negativ-bedingungslosebrauchen wir alle Formen:


  • Ganz wichtig sind die positiv-bedingungslosen. Sie stärken unser Selbstwertgefühl und unsere innere Ausgeglichenheit.
  • Positiv-bedingte geben uns Bestätigung, in dem was wir tun.
  • Und negativ-bedingte zeigen uns Grenzen auf. Gleichzeitig bieten sie Orientierung und zeigen, wo und in welche Richtung wir uns entwickeln können.


3. Die Regeln und Prinzipien


Wir beleuchten nun zunächst von den Stroke-Prinzipien, dann von den Stroke-Regeln. Zuerst die Stroke-Prinzipien:

  • Eine negative Aufmerksamkeit ist besser als keine Aufmerksamkeit. Mit diesem Prinzip kann beispielsweise das Verhalten verhaltensauffälliger Kinder erklärt werden.
  • Jeder ist mit einer bestimmten Art von Strokes vertraut. Das richtet sich danach, mit welchem Umgang man aufgewachsen ist. Es müssen also nicht unbedingt positive sein. Wenn jemand einen Stroke bekommt, den er nicht gewohnt ist, wird dieser schon mal ignoriert, weniger wichtig genommen oder gar als Ironie aufgefasst.
  • Wenn Menschen herausgefunden haben wie sie negative oder positive Zuwendung provozieren können, tun sie das auch. Dein Partner erwartet unbewusst negative Strokes, indem er dich solange provoziert bis du ärgerlich wirst. Sein Verhalten wird verstärkt, solange du dich immer wieder ärgerst. In diesem Fall könnte es hilfreich sein, wenn du das provokative Verhalten ignorierst oder es direkt ansprichst.
  • "Different strokes for different folks." Das gleiche Lob des Chefs an zwei Mitarbeiter kann ganz unterschiedlich ankommen. Wie sehr wir einen Stroke wahrnehmen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Sozusagen: Different strokes for different folks.


Kommen wir nun zu den Stroke-Regeln:


Der Transaktionsanalytiker Claude Steiner beschreibt, wie Strokes gesellschaftlich durch einschränkende Regeln unbewusst verknappt werden. Nach dem Motto “Nichts gesagt ist genug gelobt.” oder “Eigenlob stinkt.” erleben wir einen, auf gesellschaftlichen Normen beruhenden, Stroke-Mangel. Es handelt sich um gewohnheitsmäßige und kulturell bedingte Muster.

Strokes Transaktionsanalyse Claude Steiner

Claude Steiner hat sich mit emotionaler Kompetenz befasst ein wichtiger Baustein dieser sind Strokes geben und empfangen

Tatsächlich sind positive aber unbegrenzt vorhanden. Wenn wir die einschränkenden Regeln umkehren, bekommen wir Stroke-Erlaubnisse. Diese sind:

  • Du darfst Strokes geben, wenn du das möchtest.
  • Du darfst um Strokes bitten, wenn du welche haben möchtest.
  • Du darfst Strokes annehmen und dich über sie freuen.
  • Du darfst Strokes auch ablehnen, wenn du das willst.
  • Du darfst dich selbst stroken.

Auf den Punkt gebracht: Du darfst anfangen dir selbst und anderen gut zu tun.


4. Strokes Transaktionsanalyse Übung

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Strokes Transaktionsanalyse stellen eines der psychologischen Grundbedürfnisse dar. Mit ihnen kannst du deinen Wohlfühlfaktor erhöhen. Das kannst du tun, indem du lernst dir gute Aufmerksamkeit zu holen und und zu geben und nein zu schlechter sagst.

Über die Autoren: Bernd Taglieber und Steffen Raebricht 
Fotos TA+ Trainer Bernd Taglieber und Steffen Raebricht

Bernd Taglieber: Supervisor, (Co-)Autor und Berater, Zertifizierter Transaktionsanalytiker (CTA), Organisationsentwickler, Coach und Supervisor, Unternehmer, hier erfährst du mehr über Bernd

Steffen Reabricht: Gründer von TA+, Selbstständig, Transaktionsanalyse-Trainer, Universitäts-Dozent (UT-Dallas), Trainer, Coach, Autor, Imker, hier erfährst du mehr über Steffen

Artikeldaten:
Strokes Transaktionsanalyse - Hier erhältst du gute Aufmerksamkeit
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Strokes Transaktionsanalyse - Hier erhältst du gute Aufmerksamkeit
Kurzbeschreibung:
Eines der psychologischen Grundbedürfnisse ist das Aufmerksamkeit. Strokes Transaktionsanalyse beleuchtet, wie du sie dir auf gute Weise holen kannst.
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Transaktionsanalyse-online
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