• 27. November 2021

#2 Politik psychologisch betrachtet

Die Psychologie macht kaum Aussagen über das Feld der Politik und darüber, wie sich Politiker verhalten und äußern. Heute wollen wir das ändern. Was meint es eigentlich, wenn wir sagen, dass die Politik ein Feld ist?

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Das Feld der Politik hat eine eigene Dynamik. Diese entsteht durch eigene Gesetzmäßigkeiten, die das Handeln der Akteure bestimmen. Sie sind entstanden, um auf die spezifischen Anforderungen und Ziele des Feldes zu reagieren. So unterscheidet sich die Politik von anderen Bereichen. 

Von der Psychologie lässt sich die Politik zum Beispiel durch ihr Menschenbild abgrenzen. In vielen psychologischen Richtungen ist es ein Ziel, auf Augenhöhe zu kommunizieren und anderen den gleichen Wert zuzuschreiben wie einem selbst (siehe Okay-Positionen).

Die Akteure der Politik hingegen stehen dauerhaft im Wettbewerb und wechseln daher stetig zwischen Konflikt und Kooperation, was unvermeidlich mit einer Abwertung einhergeht. 

Das Beispiel zeigt: Umgangsformen aus der Psychologie sind teilweise in der Politik nicht realisierbar. So ist es wichtig, als Coach oder Berater authentisch zu sein. Als Politiker ist Authentizität aber so gut wie nicht umsetzbar. 

Konzepte aus der Psychologie, wie die der Transaktionsanalyse (TA), lassen sich nur schwer auf das Feld der Politik anwenden. Das liegt vor allem daran, dass beide unterschiedliche Ziele verfolgen. Während die TA versucht, gute und konfliktfreie Kommunikation herzustellen, wird in der Politik meistens strategisch kommuniziert. 

Allerdings gibt es auch Konzepte, die politische Phänomene erklären können. Das Bezugsrahmenkonzept der TA kann zum Beispiel erklären, wie Parteien ihre Wähler akquirieren.

Weiterhin befinden sich die Akteure der Politik immer in einem Spannungsfeld der Interessen: Sie müssen die Bedürfnisse des Volkes, der Partei, der Wirtschaft und ihre eigenen koordinieren. 

Um Politik zu verstehen und zu analysieren, eignet sich der systemische Ansatz der Psychologie besonders gut. Dieser Ansatz stellt drei Aspekte in den Vordergrund: 

  • die Vernetzung einzelner Elemente,
  • Konstruktion von Wirklichkeit
  • und den Selbsterhalt von Systemen. 

Systemisches Denken ist eine Herausforderung, weil wir standardmäßig personenzentriert denken. Im Bereich der Politik wird systemisches Denken auch dadurch erschwert, dass der Großteil der Medien personenzentriert berichten.

Wenn du mehr über systemisches Denken erfahren möchtest, dann ist dieser Artikel genau der richtige für dich: Hier klicken!

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