Lebensskript - Wohin soll es gehen? Eine Visionssuche

Eine sinnvolle Entwicklungsmethode des Lebensskript stellt für mich die Visionssuche dar. Mit ihr können große Lebensfragen geklärt werden, wie: Wer bin ich? Was ist meine Mission im Leben? Was soll ich studieren?

„Wenn der Schüler bereit ist, wird der Lehrer auftauchen“

Man zieht sich mit einer Lebensfrage mehrere Tage in die Natur zurück um zu sich zu kommen. Dabei wird nichts gegessen. Es gibt keine Ablenkung. Kein Handy, kein Schreibzeug, kein Buch. Hat man seine Antwort gefunden, kann man wiederkommen. Das finde ich gut an Visionssuchen:

  • Echtes runterkommen
  • Das Ergebnis ist echt und kommt von innen
  • Auftanken
  • Verbindung zur Natur wird wieder hergestellt

Lebensskript - Was muss ich tun?

„Was muss ich tun zur vollen Entfaltung meiner inneren Aufrichtekräfte?“

Diese Frage hatte ich mir zusammen mit meinem Freund Wolfgang erarbeitet. Damit ist gemeint, wie ich mit einer aufrechten Haltung durch’s Leben gehen kann, ohne mich zu verstecken oder jemand anderes zu sein. Visionssuche-Fragen können auf Außenstehende befremdlich wirken. Nur der Suchende muss sie verstehen. Dann werde ich raus auf die Weide gebracht und dort allein zurückgelassen. Mit dabei habe ich

  • ein Zelt
  • einen Schlafsack
  • ein paar Anziehsachen
  • Wasser.

Ich werde so lange mein abgestecktes 10x10 Meter Quadrat nicht verlassen oder etwas essen, solange ich keine befriedigende Antwort auf meine Frage habe. Mit mir sind ein paar neugierige Kühe, eine Stute und gewaltiger Bulle auf der Wiese. Der ist angstlos und neugierig. Ich bin hingegen nicht angstlos, denn ich kenne ihn nicht. Wolfgang sagt: „Ach, das ist nur Oschi.“ Ein Oschi ist das echt. Es kostet mich Überwindung händeklatschend auf ihn zuzugehen, weil ich jetzt meine Ruhe haben will. Denn es ist dunkel und ich bin allein auf der Weide. Glücklicherweise weicht er zurück.


Der erste Tag ist der Einfachste

Ausschlafen, nackt im Sprühregen eine Dusche nehmen, ein wenig in der Gegend herumschauen. Am Nachmittag setzt ein ernstzunehmender Hunger ein. Doch das Gefühl des leeren Bauchs wird nicht schlimmer, es bleibt einfach nur. So lässt sich der erste Tag gut aushalten.

Am zweiten Tag wird es anstrengend. Konnte ich den ersten Tag noch zum Ausschlafen nutzen und in die Natur schauen, bin ich am zweiten Tag hellwach und habe alles beschaut. Gähnende Langeweile macht sich breit. „Was mache ich denn jetzt? Nichts.“ Ich stelle mir immer wieder meine Frage, beobachte meinen Atem und glotzte in die Luft. Visionssuche-Tage sind die längsten der Welt. Das Schlimmste dabei sind die eigenen Gedanken: „Ich habe solchen Hunger. Jetzt was zu Essen. Ich bin erst bei Tag zwei. Das kann noch weitere drei Tage so gehen. Wie überstehe ich das nur? Was ist, wenn ich keine Antwort finde und hier umsonst rumsitze?“ Dann kreisen die Gedanken wieder von vorn.

Dritter Tag: Es regnet - wie auch schon die beiden Tage davor. Ich meditiere über meine Frage: „Was muss ich tun zur vollen Entfaltung meiner inneren Aufrichtekräfte?“ und zergrübele mir den Kopf. Es sind mir schon viele gute Antworten darauf eingefallen - Meditiere! Zeige dich! Mache Alexander-Technik! Baue deinen E-Mail Funnel! Doch alle Antworten kommen vom Kopf. Es gab bisher keine körperliche Reaktion. Deshalb sind sie nicht die Antwort, nach der ich suche.

Lebensskript - Die Antwort kommt aus einer anderen Richtung

Nachmittags kommt Wolfgang zu mir auf die Weide. Ich teile mit ihm meine Sorge darüber, dass ich vielleicht keine Antwort auf meine Frage finden könnte. Er meint: „Du musst sie erflehen.“ und geht. Ich gehe zu Boden, verbeuge mich und erflehe eine Antwort vom Universum. „Was muss ich tun zur vollen Entfaltung meiner inneren Aufrichtekräfte?“ Plötzlich verstopft meine Nase und Tränen laufen über mein Gesicht. Eine innere Stimme sagt mir: „Ergib dich in Demut.“ Das ergibt Sinn. Ich merke, wie mein Körper stark reagiert. Das könnte meine Antwort sein.

Es hört nicht auf. Die nächste Stunde weine ich und schreie das Feld zusammen. Die Kühe und das Pferd schauen mir dabei zu. Sie sind stille Anteilnehmer meiner Bewegtheit. Für einen Moment kann ich meine jahrelange Selbstüberhöhung aufgeben und mich um die vergeudete Energie bemitleiden. Es fühlt sich befreiend an. In diesem Augenblick schreibe ich mein Lebensskript um. Ich verstehe: Ich bin ein Diener einer höheren Macht. Alles Relevante in meinem Leben wurde mir geschenkt. Ich weiß nichts. Ich bin genauso wie die anderen.

Es geht nicht darum unterwürfig zu sein. Es geht um Demut vor dem Leben, vor der Welt, vor dem Universum. Mutter Erde schafft das Leben und sie nimmt es. Wann das sein wird, weiß keiner. Es geht darum, dass ich dankbar bin für eine Zeit auf diesem Planeten herumlaufen und Erfahrungen sammeln zu dürfen. Es geht darum mich zu zeigen ohne eine Show abzuziehen - mir zuzutrauen so zu sein wie ich bin - nicht mehr. Es sagt sich so leicht, doch wie oft will ich gefallen, überhöhe mich und prahle mit Geschichten statt einfach nur im Hier und Jetzt zu sein. So wie dieser riesige Bulle auf der Weide. Er schaut einfach nur, hat aber jede Menge Potential. Doch er zeigt es nicht. Wozu auch? Er ist da, im Hier und Jetzt und tut das, was gerade angesagt ist.

Wolfgang kommt auf die Weide um mich mit einem Ritual aus der Visionssuche zu entlassen. Er prüft die Himmelsrichtungen und sagt: „Im Süden steht ein Krieger mit seinem Speer - Du hältst deinen Speer zu lässig Steffen.“ Ich hatte sofort eine Idee wovon er sprach. Meine betont lässige Art lässt mich nicht in meine Kraft kommen.

Als nächstes soll ich den Platz nach Osten verlassen. Im Osten liegt der Orient - die Orientierung. Damit ist die konkrete Umsetzung der Vision gemeint. Wir gehen zum erdachten Portal im Osten um zu schauen, ob es offen ist. Ich soll auf körperliche Reaktionen beim Durchschreiten achten und merke ein leichtes Drücken im Hals. Noch bevor ich es äußern kann sagt Wolfgang, dass ich noch überhaupt keine Orientierung hätte. Er hat Recht. Ich habe noch keine Idee, wie ich meine Erkenntnis umsetzen sollte. Wir durchlaufen ein weiteres Ritual und nähern uns dem Ostportal erneut. Beim Durchschreiten kommt mir der Gedanke: „Bleib klein!“ (was so viel bedeutet wie: Überhöhe dich nicht gegenüber anderen Menschen, Wisse - dass du nichts weißt, Nicht du wirkst - eine höhere Macht wirkt durch dich, zeige dich statt deine Maske, Sei dir bewusst dass dir alles geschenkt wurde, sei dir bewusst dass alles vergänglich ist). Ich bin durch! Zeit etwas zu essen. Nach drei Tagen.

Jetzt habe ich meine Vision. Es gilt nun sie in den Alltag zu bringen. So könnte ich es zur vollen Entfaltung meiner Aufrichtekräfte schaffen.

Entwicklung des Lebensskript. Wolfgang und ich bieten jetzt auch Visionssuchen an. Wenn du Interesse hast, schau mal hier.

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Lebensskript - Wohin soll es gehen? Eine Visionssuche
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Eine sinnvolle Ergänzung zum Lebensskript stellt für mich die Visionssuche dar. Mit ihr können große Lebensfragen geklärt werden, wie: Wer bin ich? Was ist meine Mission im Leben? Was soll ich studieren?
Steffen Raebricht
Steffen Raebricht
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2 comments
Martin says 26. Juni 2017

Tolle und inspirierende Einblicke, vielen Dank!

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    Steffen says 28. Juni 2017

    Hallo Martin,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Freut mich, dass dir der Text gefallen hat. :)

    Viele Grüße
    Steffen

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