MUT

Du steckst in einer Zwickmühle. Du spürst, wie du hin und her gerissen bist. In deinem Kopf gehst du deine Möglichkeiten durch:

„Soll ich es wagen? Oder gehe ich lieber auf Nummer sicher?“

Wahrscheinlich hast du dich in der Vergangenheit auch schon öfter für die sichere Variante entschieden. Situationen, die Mut erfordern, sind neu, unbekannt und deswegen beängstigend. Doch überleg mal, wo du heute stehen würdest, wenn du dich in Vergangenheit öfter getraut hättest für dich einzustehen. Wenn wir daran denken, dann entsteht eine Schwere in der Brust. Uff, das fühlt sich nicht gut an. Bedauern macht sich breit.

Wenn du in Zukunft nicht mehr bereuen möchtest, dich nicht getraut zu haben, dann bist du hier auf der richtigen Seite: ​Wir haben dir hier eine Reihe von Artikeln zum Thema Mut zusammengestellt:

Du kannst mutiger werden

Wir wollen erreichen, dass du dein jetziges Mutlevel um 30 Prozent steigerst. Mit diesen 30 Prozent wirst du wahrscheinlich Neues ausprobieren. Wenn es dir dabei so wie uns geht, wird es dir gefallen, mutig zu sein. Es macht Spaß. Dein neues Verhalten wird dir das bestätigen. Auf diese Weise ist es gut möglich, dass du eine Positiv-Spirale in Gang setzt, die dich in immer mehr Bereichen deines Lebens mutig werden lässt. So geht es uns Autoren.

Es geht nicht darum, dass du Wonderwoman oder Superman wirst. Es geht vielmehr darum, durch die Fähigkeit Mut, mehr zu dir selbst zu kommen und somit deine Lebensqualität um ein paar % zu verbessern.

Indem du dich jetzt mit deinem Mut auseinandersetzt und dir diese glückbringende Fähigkeit aneignest, hast du für den Rest deines Lebens etwas gewonnen. Du kannst noch viele Jahre davon profitieren.

Das Wunderbare ist: Du hast bereits angefangen. Du hast zu diesem Zeitpunkt bereits einen mutigen Schritt gewagt, diese Seite zu lesen. Denn du weißt bereits, dass es hier auch um deine Angst gehen wird. Du willst trotzdem weiterlesen. Das halten wir für einen ersten mutigen Schritt.

Wir haben für dich einen kleinen Fragebogen vorbereitet. Du brauchst nur wenig Zeit dafür. Es reicht aus, wenn du nach jeder Frage einfach beobachtest, welche Gedanken und Impulse ganz automatisch in dir aufsteigen. Versuche nicht, aktiv darüber nachzudenken. Folge deinem Gefühl. Lass die Frage auf dich wirken. Lies sie und warte ein wenig. Dann beobachte, was aufsteigt. Das ist deine Antwort. Wenn du magst, kannst du deine Gedanken und Gefühle  auch aufschreiben.

Mut Fragebogen

Lies die Fragen und achte auf die Gefühle und Gedanken, die dir kommen. Falls keine kommen, warte ein wenig und lies die Frage erneut. Jetzt gilt es mutig genug zu sein und vielleicht auch Unangenehmes an dich heran zu lassen. Nimm dir die Zeit die es braucht, um die Fragen auf dich wirken zu lassen.

Wie schätzt du dein Mutlevel auf einer Skala von -10 bis +10 ein?-

10 … -5 … 0 … 5 … 10

  1. Wo würdest du heute stehen, wenn du in der Vergangenheit den Mut gehabt hättest, ein paar mehr Risiken einzugehen?
  2. Was könnte sich in 2 Jahren verändert haben, wenn du dir nach dem Lesen 30 Prozent mehr zutrauen würdest?
  3. Was würde dein zukünftiges Ich deinem heutigen Ich raten? Mut lernen oder lieber nicht?

So setzt du deinen Mut richtig ein

Um in einer Situation den Mut aufzubringen etwas zu tun, kannst du versuchen, diese 4 Schritte zu befolgen:

  1. Komme in Kontakt mit deinen Wünschen und Zielen, sie geben dir Motivation und verdeutlichen, was du willst.
  2. Gehe klug mit deinen Gefühlen um. In einer Mutprobensituation können schnell mal unangenehme Gefühle wie Scham oder Angst auftreten, von denen solltest du dich aber nicht aufhalten lassen. 
  3. Überlege, was konkret zu tun ist wie du es tun kannst und welche Konsequenzen folgen könnten. Durch das Durchdenken der Situation kannst du dich auf die Eventualitäten vorbereiten.
  4. Entwickle Tatkraft zur Umsetzung und tue es! Hier hilft es, an Punkt 1, also deine Motivation zu denken. Stell dir zum Beispiel vor, wie du dich fühlen wirst, wenn du dich getraut hast und dein Ziel erreicht hast.

Über diese 4 Fähigkeiten kannst du auf dieser Seite etwas lernen. Das wollen wir erreichen, indem wir dir Konzepte für Mut an die Hand geben, die dir eine Hilfestellung beim Beantworten folgender Fragen helfen sollen:

  1. Wann ist es sinnvoll mutig zu sein?
  1. Was ist zu tun?
  1. Wie kannst du mit schwierigen Gefühlen umgehen, wie Angst, Scham, Peinlichkeit oder sozialem Schmerz?
  1. Was hilft dir in schwierigen Situationen?

Dabei helfen Konzepte. Ein Konzept ist wie eine hilfreiche Landkarte. Sie zeigt dir Wege und Möglichkeiten auf, dein Ziel zu erreichen. Aber sie hat auch ihre Grenzen. Eine Radwanderkarte für die Ostseeküste nützt dir wenig, wenn du mit dem Auto nach Italien willst. Du brauchst die passende Landkarte. Oder übersetzt, das passende Konzept.

Deshalb stellen wir dir passende Konzepte vor, die ihren Zweck für eine bestimmte Situation erfüllen. Um herauszufinden, ob du mutig sein sollst, erhältst du ein anderes Konzept als zum Umgang mit deinen Gefühlen.

Konzepte vereinfachen die Realität und stellen wichtige Informationen und Orientierungshilfen in den Vordergrund. So wie bei einer Straßenkarte die Straßen zu erkennen sind und nicht die Nadelbaumarten der Wälder. Konzepte geben dir Halt und Orientierung. Sie sind und bleiben jedoch Vereinfachungen der komplexen Realität. Sie können dir aber als Leitlinien dienen, bis du sie nicht mehr benötigst. Nimm sie nicht für bare Münze, sondern bedenke, dass es eben Konzepte sind. Sie sind deine Landkarten für Mut. Deine Mut-Karten.

Woher kommt unser Wissen?

Steffen: “Ich war als Teenager immer der Kleinste und Dünnste. Nur Katrin aus meiner Klasse war noch genauso groß wie ich. Allerdings war sie schwerer. Manche Leute dachten meine Knie wären kaputt, weil sie wie signifikante Knubbel zwischen meinen Ober- und Unterschenkeln heraus stachen, so dünn war ich. Ich war nicht unterernährt, ich war einfach spakkig. Mein Spitzname war „Salzstange.“

Dazu kam noch, dass ich heiß begehrt beim jährlichen Drachenboot-Rennen war. Allerdings nicht als kräftiger Ruderer, sondern als Trommler. Dessen Qualität ist es im Gleichklang zu Trommeln und vor allem möglichst wenig zu wiegen. “Erfolg!?”

Damals hätte ich gern eine Freundin gehabt. Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass die Mädchen aber eher auf die etwas besser gewachsenen Jungs standen. Ich hatte keine Chance. Zudem hatte ich furchtbare Angst ein Mädchen anzusprechen. Was, wenn ihr Freund um die Ecke kommt und mich zusammenschlägt? Das war meine größte Angst.

Mit 16 fing ich dann als absoluter Spätzünder an zu wachsen. Ich ging nun regelmäßig in den Fitnessraum unserer Sporthalle und gewann durch durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln an Masse. Das änderte jedoch nichts an meinen miesen Erfolgen mit den Frauen.

Eines Tages reichte es mir. Ich wollte mich nicht mit meinem Schicksal abfinden. Lieber wollte ich sterben als weiter so hoffnungslos ohne Erfolg zu sein. Ich holte mir Literatur mit dem Titel „Angriffsziel Frau“ oder „Muster der Verführung“ und begann ein Selbststudium. Unter anderem wurde das Ansprechen von Frauen auf offener Straße behandelt. Ich war starr vor Angst: „Ich werde mich total blamieren. Was, wenn ihr Freund kommt und mich verhaut?“

Ich hatte mich aber entschieden. Lieber Tod als weiterhin Verlierer. Mut aus Verzweiflung. Einer der stärksten Motivatoren. So überwand ich meine Ängste zum ersten mal.

Allerdings verdrängte ich eher meine Angstgefühle und gleich auch alle anderen Gefühle ebenfalls. So wurde so weitestgehend gefühllos. Ich verdrängte meine Gefühle so dermaßen, dass ich bald gar nichts mehr fühlen konnte. Mit 19 Jahren kam dann noch der Beginn meiner militärischen Laufbahn als Fallschirmjäger-Offizier dazu. Dort wurde ich dafür belohnt, dass ich meine Gefühle vollends verstecken konnte. Je härter, desto besser. So wurde ich zu einem gefürchteten Ausbilder.

Hart sein, das konnte ich gut. Wir Ausbilder prahlten untereinander damit, wieviele Rekruten schon zum Weinen gebracht hatten. Ich war zur gefühllosen Maschine geworden, die zu allem fähig geworden war. Meine eigene Mutter hatte Angst vor mir. Ich war cholerisch, beziehungsunfähig, arrogant und kalt. Nie wieder wollte ich an meine Zeit als Salzstange erinnert werden.

Eines Tages, es war 2009, stellte ich mir die Frage, wie ich mein Glückslevel auf einer Skala von -10 bis +10 einschätzen würde. Ich habe keine Ahnung, woher diese Frage kam. Aus der Tiefe meines Unterbewussten bahnte sich eine erschreckende Erkenntnis ihren Weg in mein Bewusstsein.  Minus 4. 

Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich hatte doch alles, was es zu erreichen gab. Mein Blick auf mich: Er verdient Geld, studiert erfolgreich, sieht gut aus, ist gesund und sportlich, kommt inzwischen beim anderen Geschlecht an und fährt einen schicken Kleinwagen. Nur eines fehlte:

Das Gefühl, glücklich zu sein.

So ging ich auf die Suche danach. Ich machte reinen Tisch mit Menschen, wo ich das Gefühl hatte, etwas klären zu müssen. Ich besuchte Seminare, wo ich mich mit wieder auftauchenden Ängsten konfrontiert sah. Ich dachte von mir selbst: „Ich Pussy!“ Egal, ich wollte um jeden Preis glücklich werden.

Aber nach und nach verstand ich, dass es nicht das Ziel sein konnte, keine Angst mehr zu haben. Meine Gefühle sind wichtige Wegweiser und Signale, die mich nicht über die Stränge schlagen lassen. Ein Leben ohne Gefühle ist eben auch ein freudloses Leben. Ich brauche Gefühle, um ein erfülltes Leben zu leben. Dabei hat mir die psychologische Richtung der Transaktionsanalyse viel geholfen.

Mit meinem neuen Wissen und meinem inzwischen gewachsenen Selbstbewusstsein gab ich meinen sicheren Job bei der Bundeswehr auf. Stattdessen machte ich mich selbstständig und unternahm eine zweijährige Weltreise, auf der ich auch Martin kennenlernte. Wenn du mich heute fragst, wo ich auf meiner Skala des Glücks stehe, dann antworte ich dir: „Über + 8.“

Wenn ich heute Menschen kennenlerne, dann glauben mir viele nicht, dass ich mal ein harter Hund bei der Bundeswehr war. Ich habe Zugang zu meinen Gefühlen, kann mich entschuldigen, für mich einstehen, mich angemessen zumuten und auch mal eine Träne in der Öffentlichkeit weinen.

Diesen Weg hätte ich nicht ohne Überwindung innerer Widerstände gehen können. Sprich, ich brauchte Mut. Seit fast 2 Jahren beobachte ich nun, was mich und andere mutig werden lässt. Dieses Buch ist das Ergebnis dieser Bemühungen. Ich hoffe du findest Gefallen daran, deine 30 Prozent mehr Mut in dein Leben zu bringen.”

Mut kann man lernen

Aus unserer Erfahrung und unseren Beobachtungen heraus sind wir überzeugt:

Mut ist lernbar.

Mehr noch. Er ist unverzichtbar für ein selbstbestimmtes Leben nach eigenen Maßstäben. Wir wollen dir Mut machen, dir selbst zu vertrauen. Diese Seite ist deine Anleitung dazu. Wenn du vor einem mutigen Schritt stehst, kannst du von uns eine Idee bekommen, wie es weitergehen kann:

  1. Welche Gedanken helfen mir jetzt?
  2. Wie kann ich meine Gefühle einordnen und wie gehe ich mit ihnen um?
  3. Wie kann ich lebensklug und tatkräftig handeln?
  4. Wie komme ich aus einer verpatzten Situation wieder heraus?

Der Artikel ist für dich geschrieben, um dich vor diesem Satz zu bewahren:

„Ach hätte ich doch bloß…“

Doch bevor du weiterliest, überlege dir doch mal eine Situation, in der du dir mehr Mut wünscht. Behalte sie im Hinterkopf, wenn du weiter liest, und transferiere die Konzepte auf diese Situation.

Wir haben uns auch noch ein paar Situationen überlegt, in denen es sich lohnen kann, Mut zu haben:

“Nein” zu sagen, wenn dir nach nein ist. Zum Beispiel, wenn dir ein Freund immer wieder von der schrecklichen Beziehung zu seinem Partner oder seiner Partnerin erzählt, ihm zu sagen, dass du nicht mehr darüber sprechen möchtest.

Nach Dingen zu fragen, die du haben willst. Zum Beispiel die Telefonnummer eines interessanten Menschen.

Um Hilfe zu bitten. Wenn du dich auf der Arbeit überfordert fühlst.

Neue Fähigkeiten zu lernen. Damit du dich allein in die Anfängerstunde des Zeichenkurses traust.

Anderer Meinung sein. Damit du deine Meinung vertreten kannst, auch wenn andere sie nicht mögen.

Eine Sache durchzuziehen, auch gegen den Widerstand anderer. Du gehst tanzen, auch wenn dein Partner das gar nicht gut findet.

Dich selbst in Frage zu stellen. So wie sich Daniele am Kaffeetisch entschuldigt hat.

Dich aufrichtig zu entschuldigen und Wiedergutmachung zu leisten. Dich bei einer Person entschuldigen und eine Wiedergutmachung anbieten.

Gefühle zulassen. Mutig genug sein zu spüren, wie sehr dich die Zurückweisung deiner Partnerin oder deines Partners verletzt hat.

Wir sind die erste Generation, die wirklich frei entscheiden kann, wie sie ihr Leben verbringt. Nie zuvor war es so einfach ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Wie entscheidest du dich? Trott oder Turbo?

Was ist Mut?

Wir haben schon viel über Mut geredet, ohne überhaupt zu definieren, was Mut eigentlich ist. 

Mut ist die Fähigkeit eine Sache zu tun, die du als richtig erkannt hast, trotz innerer Widerstände. Daniele wollte sein gesammeltes Wissen teilen, damit andere nicht die gleichen Fehler machen wie er. Allerdings hatte er enorme innere Widerstände: Angst vor Versagen, dass das Publikum ihn auslachen würde, dass die Technik versagen würde, dass er einen Blackout bekommen könnte usw. All diese Widerstände hatte er überwunden und das getan, was er für sich als Richtig erkannt hatte.

Mut kann aber auch bedeuten, Hawaii-Hemden zu tragen oder sich für einen minimalistischen Lebensstil zu entscheiden. Der Mut, das als richtig erkannte zu tun, kann somit auch durch Unterlassung oder Verweigerung zum Ausdruck gebracht werden. Indem du auf einen Orangensaft beim Anstoßen bestehst.

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Hätte Daniele keine Angst vor dem Vortrag gehabt, dann hätte er auch keinen Mut benötigt. Dann wäre es eine Tätigkeit, wie jede andere gewesen. Mut bedeutet ein Wagnis einzugehen. Etwas wird zu einem Wagnis, wenn es nicht mehr in unserem Kontrollbereich liegt. Wir wissen nicht genau was passieren wird. Das zu Wagende liegt außerhalb unseres Erfahrungsbereichs.

Dieser gewohnte Bereich ist bei jedem unterschiedlich gelagert. Er ist individuell. Mutig zu werden bedeutet, Erfahrungen mit der Wagniszone zu sammeln. Wie fühlt sich Unsicherheit an? Wie lange kann ich sie aushalten? Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen? Dieser Bereich lässt sich nicht unendlich ausdehnen. Man kann nur zu einem bestimmten Grad mutig sein. Danach ist Schluss. Wenn Menschen zu ganz großen Sprüngen ansetzen, haben sie bereits Vorerfahrungen, von denen aus sie sich in die Wagniszone begeben. Robin hat keine Angst vor öffentlichen Vorträgen. Das hat sie nämlich schon etliche mal gemacht. Dafür aber vor Kakerlaken. Als Stadtkind kam sie nie in Berührung mit den flinken Käfern. Sie würde Mut brauchen, wollte sie eine in die Hand nehmen. Für Daniele, der auf dem Land aufgewachsen ist, ist eine Kakerlake nur ein anderer großer Käfer. Willst du also feststellen, ob jemand mutig ist, dann gilt es zu schauen, ob dieser Jemand seine inneren Widerstände überwinden kann.

Innerer Widerstand - Jetzt mutig sein

Mutig zu sein ist eine innere Leistung und kann nur am Grad der inneren Widerstände gemessen werden. Kein innerer Widerstand - kein Mut erforderlich. Innere Widerstände sind nach außen hin nicht sichtbar. Deswegen kann man von außen auch nicht sagen, ob ein Mensch mutig ist oder nicht. Du kannst es nur selbst bestimmen und daran festmachen, ob du trotz innerer Widerstände etwas wagst oder eben nicht. Willst du etwas mutiges tun und es regt sich beispielsweise Angst in dir, dann wird es spannend. Was wirst du tun? Wirst du deinem Widerstand nachgeben oder deiner Wahrheit folgen?

Mut zu beweisen, braucht nicht unbedingt eine gefährliche Situation. Vielmehr kannst du mutig sein gegenüber deinen in dir schlummernden Ängsten. Vergiss die Beispiele vom Fallschirmsprung und waghalsigen Abenteuern. Es sei denn, du willst das gern mal machen. Viel relevanter sind Alltags-Situationen, in denen wir aus Mutlosigkeit nicht zu uns stehen. Wenn der Vorgesetzte dir noch eine Aufgabe aufdrückt und du dich nicht traust, „Nein“ zu sagen. Wenn du aus Angst vor einen Konflikt mit deinem Partner, ihm das Fernsehprogramm überlässt. Oder wenn du auf einer Veranstaltung eigentlich jemanden die Hand schütteln willst, dich aber nicht traust rüberzugehen.

Wir verbinden Mut vor allem mit dem Überwinden von Angst. Allerdings gibt es auch innere Widerstände, die sich zunächst gar nicht wie Angst anfühlen, aber trotzdem Mut benötigen. Es handelt sich um Gefühle, die der Angst vorgeschaltet sind. Sie liegen über ihr, wie eine Decke: Scham, Peinlichkeit, Eifersucht, Unsicherheit, Gehemmtsein, Erschreckt sein, Besorgt sein, Hilflosigkeit, Widerwille, usw.

Mut ist die Fähigkeit, deinen inneren Widerstand zugunsten dem als richtig erkannten zu überwinden.

Mutig deinen Horizont erweitern

Doch was ist das eigentlich, was du da als richtig oder wünschenswert erkennst? Was du als das vermeintlich Richtige erkennst, muss tatsächlich gar nicht das Richtige sein. Was du siehst, ist dein eigener Horizont. Es ist der Horizont, von dessen Erweiterung immer alle sprechen. Oder der Tellerrand, über den du blicken kannst. Wenn du also tust, was du für Richtig erkennst, dann begibst du dich an deinen Horizont. Auch wenn du der Spur deiner Wünsche folgst, begibst du dich an den Rand deiner momentanen Möglichkeiten. Dein Horizont kann sich ausdehnen.

Deine Erkenntnisse und deine innere Wahrheit sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Wenn du Mut beweist und an deinen Horizont gelangst, kannst du feststellen, wie viel Weitsicht in deinem Handeln lag. Das geht allerdings nur rückblickend. Darüber hinaus stehst du an einem neuen Punkt, von dem aus gesehen du wieder etwas weiter schauen und beurteilen kannst. Man könnte sagen, dein Horizont hat sich erweitert.

Wenn du deinen Horizont immer wieder erweiterst, dann kommst du irgendwann in den Bereich, wo andere über dich sagen, dass du ein Vorbild bist. Das ist sicherlich ein angenehmer Nebeneffekt, aber gar nicht unser Ziel. Wir wollen dir helfen, dass du erst einmal 30 Prozent mehr Mut erlangst. Damit gehst du einen guten Schritt in Richtung deiner eigenen Mitte, wodurch sich deine Lebensqualität sicherlich auch ein paar Prozentpunkte nach oben entwickeln wird. Eben wegen dieses Prinzips empfehlen wir dir, deinen Wünschen nachzugehen, auch wenn sie scheinbar oberflächlich wirken.

Die Fähigkeit zu mutigen Entscheidungen hat eine enge Beziehung zu einem erfüllten Leben. Je mehr du dich traust auf angemessene Weise zu dir zu stehen, desto mehr kannst du dich selbst verwirklichen. Das kann der Kauf eines Motorrades sein, das kann aber auch ein “Nein” zu noch mehr Arbeit im Büro sein. Viele kleine mutige Entscheidungen erweitern deinen Erfahrungs-Schatz und somit Horizont. Mit weiterem Blick, kannst du bessere Entscheidungen treffen. Auf diese Weise kannst du dein Leben ziemlich umkrempeln.

Mut macht dich weitsichtiger in allen Lebensbereichen. Durch deine Erfahrungen steigt dein Selbstvertrauen und macht dich fähig, auch größere Lebensentscheidungen zu treffen. Damit meinen wir beispielsweise die Art zu leben. Oder ob du alles verkaufst und eine große Reise unternimmst. Oder ob du eine außergewöhnliche Beziehung eingehst. Oder ob du ein Kind adoptierst. Oder ob du auf einem anderen Kontinent leben willst.

Liest man bei Wikipedia über Mut, so steht dort, dass er sich in 3 Bereiche unterteilen lässt:

  1. Körperlicher Mut
  2. Sozialer Mut
  3. Psychologischer Mut

Jeder dieser 3 Bereiche birgt seine eigenen Gefahren. Beim körperlichen Mut besteht die Gefahr, verletzt zu werden oder gar ums Leben zu kommen. Das könnte passieren, wenn du Fallschirmspringen gehst. Beim sozialen Mut besteht die Gefahr der Ausgrenzung. Das hat Daniele bei seinem Vortrag erlebt. Beim psychologischen Mut besteht die Gefahr der Destabilisierung der eigenen Persönlichkeit. Das hat Daniele erfahren, als er sich bei seinem ehemaligen Freund und am Kaffeetisch entschuldigte.

Zusammenfassung

  • Mut ist die Fähigkeit eine Sache zu tun, die du als richtig erkannt hast, trotz innerer Widerstände
  • Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben
  • Wovor Menschen Angst haben, ist individuell. Ob du mutig bist oder nicht, ist nicht von außen zu beurteilen. Es zählt, ob du deine Widerstände überwindest
  • Durch Mutproben erweiterst du ständig deinen Horizont
  • Es gibt körperlichen, sozialen und psychologischen Mut



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