• 4. Dezember 2020

Innere Antreiber Transaktionsanalyse - Wie sie dich stressen und was du dagegen tun kannst 

In diesem Artikel stellen wir dir ein psychologisches Konzept vor, dessen Dynamiken dich stressen und erschöpfen: Die inneren Antreiber der Transaktionsanalyse (TA). Wir zeigen dir, wie du sie erkennen kannst. Du erfährst Wege, diese stressigen Dynamiken zu deinem Vorteil zu wenden, damit du Stress, Erschöpfung und Burnout vorbeugen kannst.

Hast Du die Energieräuber erst einmal in Dein Bewusstsein geholt und umgewandelt, sind sie wie ein hilfreiches Werkzeug im Haushalt, das Dich in vielen Lebenslagen unterstützt. Es umfasst Deine Erinnerungen, Deinen inneren Dialog, Deine Fähigkeiten, Deine Haltungen und Gedanken, Dein Gefühlsleben und Deine Gewohnheiten. Schauen wir uns dieses mächtige Konzept einmal genauer an.

1. Die fünf inneren Antreiber

Innere Antreiber im Alltag

Die Transaktionsanalyse kennt 5 Antreiber:

  1. Sei immer perfekt! Entspricht Herrn Wegmann mit seinem korrekt sitzenden Anzug und seiner Pünktlichkeit;
  2. Sei (anderen) immer gefällig! Entspricht Lisa, der guten Seele im Betrieb;
  3. Streng Dich immer an! Entspricht Lasse mit seinen ständigen Sorgenfalten auf der Stirn;
  4. Sei immer stark! Entspricht André, der sich seinen Stress nicht anmerken lässt;
  5. Beeil Dich immer! Entspricht Andrea, die ständig noch Aufgaben erledigt.

Im Grunde genommen repräsentieren die inneren Antreiber positive Eigenschaften wie:

  1. Genauigkeit und Fehlerlosigkeit (Sei perfekt!)
  2.  Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit (Sei anderen gefällig!)
  3. Gründlichkeit und Durchhaltevermögen (Streng Dich an!)
  4. Stärke und Unabhängigkeit (Sei stark!)
  5. Schnelligkeit und die Fähigkeit, Chancen zu nutzen (Beeil dich!)

Das Konzept der Antreiber beschreibt ein übertriebenes, gelegentlich unpassendes Ausleben dieser Eigenschaften. Menschen unter Antreiber können nicht mehr wählen, ob sie beispielsweise etwas perfekt machen oder ob sie freundlich sein wollen. Sie werden von ihrem Antreiber dazu gezwungen. Wenn ein Bericht eigentlich nicht so wichtig ist, muss Herr Wegmann doch noch alle Rechtschreibfehler entfernen. Das kostet ihn Zeit und Kraft. Tut er es nicht, riskiert er, dass er sich schlecht fühlt. In der Transaktionsanalyse sagt man, dass sein “OK-Gefühl” vom Einhalten des Antreibers abhängig ist.

Wenn der perfektionistische Herr Wegmann die Dinge ständig aus einem inneren Drang heraus perfekt machen muss, geht auf diese Weise der positive Zweck verloren. Herr Wegmann schießt über ein vernünftiges Maß an Perfektionismus hinaus.

Je nach Ausprägung beeinflussen uns die Antreiber enorm, vor allem das Verhalten und das Erleben. Gerade in Stress- oder Konfliktsituationen werden sie unpassend aktiv. Dann kann die ganze Denk- und Ausdrucksweise von ihnen geprägt sein.

Sie können sogar so mächtig sein, dass sie beinahe jede Äußerung eines Menschen bestimmen oder zumindest färben können, seien es:

  • Sprache: Lisa mit ihrem “Sei gefällig - Antreiber” spricht fast immer ein wenig zu hoch.
  • Körperhaltung: Sie hat den Kopf häufig zur Seite geneigt.
  • Gesichtsausdruck: Ihre Gesichtsbewegungen sind weich und von zustimmendem Lachen gezeichnet.
  • Verhalten gegenüber anderen: In Unterhaltungen mit ihrem Chef nickt sie häufig mit dem Kopf, weil sie glaubt, ihm auf diese Art zeigen zu können, dass sie besonders gut zuhört.
  • Die Art, wie an Dinge herangegangen wird: Lisa denkt beim Wochenendeinkauf zuerst daran, was ihr Mann gern isst. Sich selbst stellt sie oft hintenan.
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2. Was sind innere Antreiber?


Taibi Kahler (1977) hat durch Verhaltensbeobachtungen herausgefunden, dass Menschen dazu neigen, bestimmte Verhaltensgewohnheiten lieber und häufiger einzusetzen, als andere.

Im Alltag ist dies für die meisten Menschen leicht zu erkennen. Sie sprechen dann aber nicht von Antreibern, sondern eher von einem Typus:

  • “Das ist so ein Strahlemann."
  • "Der ist ein Perfektionist."
  • "Sie ist eine Hektikerin."

Fast immer werden die beobachtbaren Verhaltensweisen, die aus den Antreibern resultieren, als positive Eigenschaften in Begegnungen wahrgenommen. Auch die “Träger” dieser Eigenschaften selbst nehmen sie positiv wahr. Für sie sind es deshalb positive Eigenschaften, weil sie dazu schon häufig positive Rückmeldungen von ihren Freunden und Bekannten erhalten haben.

Lass uns beim Beispiel des immer freundlichen Mitmenschen bleiben, Lisa. (Antreiber:  “Sei gegenüber anderen freundlich und gefällig!”)

Innere Antreiber - sei gefällig

So legt uns die Lebenserfahrung nahe, dass dieses Verhalten zwar oft passend ist, dass es aber mit Sicherheit auch Situationen gibt, wo dieses Verhalten unpassend oder sogar schädlich ist.

Wenn dem “Immer-freundlich-und-gefällig-Typus” zum Beispiel:

  • etwas weggenommen wird,
  • eigentlich etwas nicht so recht will,
  • schon genügend zu tun hat,
  • jemand die Grenzen überschreitet 
  • oder unverschämt wird,

müsste er andere Verhaltensweisen an den Tag legen. Und genau an dieser Stelle wird es problematisch: Zur Abwendung des konflikthaften Geschehens setzt dieser Typus immer und immer mehr seine bisherige freundliche und nette Art ein. “Viel hilft viel.”

Obwohl er immer mehr Freundlichkeits-Energie einsetzt, bleibt der erhoffte Erfolg aus. Jemand, der unverschämt ist, fühlt sich eher dazu ermutigt, noch unverschämter zu sein, anstatt zu merken, dass er eine Grenze überschritten hat: “Mal sehen, was da noch rauszuholen ist.”

Nach Taibi Kahler sind alle Antreiber in jedem Menschen angelegt. Jeder von uns weist Verhaltensweisen auf, die jeweils einem der fünf Antreiber zugeordnet werden können. Es gibt jedoch einen stärksten, einen zweitstärksten, und so weiter. Der auffälligste wird als “Primärantreiber” bezeichnet.

Niemand steht ständig unter dem Einfluss der Antreiber. Sie werden eher in bestimmten Situationen und im Zusammenhang mit gewissen Personen ausgelöst. Meistens gerade dann, wenn in irgendeiner Form nicht alles rund läuft. Kahler glaubt, dass sie in allen Kulturen zu finden sind.

3. Ihre negative Wirkung

Antreiber wirken sich deswegen negativ aus, weil sie auch in unpassenden Situationen einen Anspruch auf hundertprozentige Erfüllung stellen. So können wir beispielsweise nur bedingt beeinflussen, ob uns jemand mag. Schafft es jemand mit einem “Sei gefällig”Antreiber nicht, bei jemandem anzukommen, kommt es zumindest zu einem inneren Unbehagen. Auch, wenn Lisa selbst keinen Beitrag dazu geleistet hat.

Antreiber haben oft nur wenig mit einer angemessenen Reaktion auf gegenwärtige Ereignisse zu tun. Sie sind eher ein verinnerlichtes Verhaltensmuster, das nicht hinterfragt und reflektiert wurde. Menschen, die als Kinder das Verhaltensmuster der Antreiber entwickelt haben, stellen sich gefühlsmäßig diese Frage:

"Was kann ich tun, damit ich doch noch ein Gefühl von in Ordnung sein / meinen Platz haben / gemocht werden“ haben kann?"

Die jeweiligen Antreiber bieten eine Antwort. Ihnen zu gehorchen, verdeckt seither eine darunter liegende Thematik. Nämlich das Gefühl des Nicht-Okay-Seins. Anders ausgedrückt: Ein Mensch mit Antreiber erlebt sich solange als in Ordnung, solange er perfekt, gefällig usw. ist.



Solange wir den vorgeschriebenen Regeln der Antreiber gehorchen, befinden wir uns in einer Position des “bedingten In-Ordnung-seins”. Nur unter der Bedingung, dass wir perfekt oder gefällig sind, uns anstrengen, stark sind oder schnell, sind wir in Ordnung, fühlen uns gemocht und sicher. Ein paar Beispiele:

  • Du sollst als Kind aufhören zu weinen. Du erlebst dich erst als “in Ordnung”, wenn du deine Gefühle unterdrückst. Ein “Sei stark!”-Antreiber könnte die Folge sein.
  • Das ständige Augenverdrehen der Eltern verstehst du als Kind so, dass du nervig (nicht in Ordnung) bist. Du beziehst das Verhalten der Eltern auf dich und entwickelst daraufhin einen „Sei gefällig“-Antreiber, indem du ohne jeglichen Widerstand alles machst, was die Eltern dir sagen. So bekommst du Lob, als du selbstständig die Küche fegst. Es ist zu erkennen, dass du gefälliges Verhalten sogar vorwegnimmst, um deinem Antreiber zu gehorchen.

Wenn du einen Antreiber bewusst und sofort unterbrichst, kann es passieren, dass du umgehend mit den darunter liegenden unangenehmen Gefühlen konfrontiert wirst, die der Antreiber zu überdecken versucht. Diese unangenehmen Gefühle sind Ausdruck einer unbewussten Thematik, die bearbeitet werden kann. Löst Du die unter dem Antreiber liegende Thematik auf, wird auch die Zwanghaftigkeit des Antreibers nicht mehr benötigt. Er kann Dir dann in seiner erlösten Form gute Dienste leisten. Das bedeutet, dass Du schnell, stark usw. sein kannst, wenn Du es willst und wenn Du es als passend erachtest.

Lisa könnte dann beispielsweise grundsätzlich freundlich sein; wenn jedoch jemand versucht, unverschämt zu werden, könnte sie klare Grenzen aufzeigen.

Das Gefühlsleben hinkt Veränderungswünschen häufig etwas hinterher. Wenn Du Dich beispielsweise entscheidest nicht mehr gefällig zu sein, kann es durchaus sein, dass Du noch eine Weile Scham, vielleicht auch Angst oder ein anderes negativ empfundenes Gefühl spürst. Lass Dich dadurch nicht irritieren. Wenn Du dran bleibst, dann stellt sich ein stimmiges Gefühl nach und nach ein. Dann ist die Veränderung zu einer neuen Gewohnheit geworden.

Wenn du bei dir einen Antreiber erkannt hast und genervt von ihm bist, dann könnte dir mein Onlinekurs: "Innere Antreiber" helfen. Schau doch mal hier:

Antreiber können dir in ihrer erlösten Form gute Dienste leisten. Das bedeutet, dass du schnell, stark und so weiter sein kannst, wenn du es willst und wenn du es als passend erachtest.

Entscheidet sich Lisa aus dem Büro, nicht mehr gefällig zu sein, könnte sie sich zunächst als Störfaktor (nicht in Ordnung, nicht gemocht) fühlen. Sie empfindet noch eine Weile Scham, vielleicht auch Angst oder ein anderes negativ empfundenes Gefühl.

Wenn man Gefühle nicht mit einer Gefühlstechnik auflöst, wie im Onlinekurs "Innere Antreiber", hinken sie hinter den Veränderungswünschen häufig etwas hinterher. Lass Dich dadurch nicht irritieren. Wenn Du dran bleibst, dann stellt sich ein stimmiges Gefühl nach und nach ein. Dann ist die Veränderung zu einer neuen Gewohnheit geworden.

Antreiber können auch als Kombination im gleichen Verhalten auftreten. Wenn die hastige “Beeil dich”-Andrea losläuft, um das vergessene Laptop-Kabel zu holen, kann es sein, dass sie den „Sei gefällig!“-, „Beeil Dich!“-, „Sei perfekt!“-, und „Streng Dich an!“-Antreiber zur gleichen Zeit lebt.

4. Wie kommt es zum Energieraub?


Wenn Kinder ihre Sprache und dabei ihre neuronalen Strukturen und Systeme entwickeln, spielen Wiederholungen eine wichtige Rolle. Im Regelfall sind die Eltern und die nahen Familienangehörigen wie Geschwister oder Großeltern die ersten Bezugspersonen.

Gewohnheiten

Das Überlebensprinzip, mit dem Babys, Kinder und auch Erwachsene ausgestattet sind, lautet Sicherheit. Zwei Grundbedingungen sind für dieses Sicherheitsbedürfnis Voraussetzung:

1. Die Notwendigkeit, in einer sozialen Gruppe einen Platz zu haben und geborgen zu sein


Bei 1. ist die wichtigste Bedingung, überhaupt wahrgenommen zu werden. Wir wollen Beachtung finden. Eine der schlimmsten Erfahrungen für ein Kind (das gilt übrigens auch für Erwachsene) ist es, wenn die Bezugspersonen und Beteiligte sich so verhalten, als wäre es gar nicht da. Jedes Kind ist angewiesen auf Beachtung. “Übersehen zu werden” ist eine schlimme Verletzung.

Manche Kinder entdecken bei einem Mangel an Beachtung, dass es möglich ist Beachtung zu erzwingen. Es ist für sie ein Leichtes herauszufinden, was die Eltern auf die Palme bringt. So bekommen die Kinder wenigstens Beachtung in Form von Strafen. Dieser Mechanismus kann lebenslang beibehalten werden oder bei einem neu auftretenden Mangel an Beachtung wieder neu aktiviert werden. So können wir manchmal in Teamentwicklungsprozessen beobachten, wie Führungskräfte mit ihrer Aufmerksamkeit intensiv bei problembehafteten Mitarbeitern sind, während die unproblematischen und selbständig performenden Teammitglieder ohne Beachtung bleiben. Solange, bis sie sich durch einen Fehler oder ein Problem Aufmerksamkeit erzwingen können. Dieser Vorgang bleibt meistens unbewusst.

Im Normalfall bekommt ein Kind ausreichend positive Beachtung:

  • Es wird genährt, wenn es Hunger hat.
  • Es wird getröstet, wenn es weint oder traurig ist.
  • Es wird geschützt, wenn es sich bedroht fühlt.

Zuwendung zu bekommen ist der sicherste Beweis, aufgehoben und in einer Gemeinschaft gehalten zu sein.

2. Verlässliche Abläufe und Strukturen im Verlauf der Zeit geboten zu bekommen


Der 2. Aspekt besteht darin, verlässliche Strukturen vorzufinden. Er bedient gleichermaßen das Sicherheitsbedürfnis. Spätestens dann, wenn ein Kind ein Zeitgefühl entwickelt hat, taucht das Bedürfnis auf, zu wissen, wie es weiter geht. Was passiert in einer Stunde, was morgen, was, wenn ich groß bin, und so weiter.

Gleichartig wiederkehrende Situationen in nicht allzu großen Zeitabständen stärken das Gefühl, verlässlich in die Zukunft blicken zu können.

Das abendliche Ritual des Vorlesens, regelmäßige Mahlzeiten oder Morgenrituale sind Beispiele für diese strukturgebenden Abläufe. Sie geben einem Kind Orientierung und Sicherheit im Zeitverlauf.

Den beiden Aspekten des Sicherheitsbedürfnisses gegenüber steht ein Hunger nach Anregung, Stimulation und Erregung. Unser Nervensystem funktioniert nicht ohne Anregung. Es bricht zusammen, wenn man einem Menschen diese Anregung entzieht. Beispielsweise kann das bei langen Krankenhausaufenthalten oder Inhaftierung der Fall sein. Das wird Hospitalismus genannt. Aber auch als Foltermethode ist dieses Phänomen bekannt. 

Es ist Folter für Menschen, wenn man ihnen den hell-dunkel Rhythmus (Dunkelhaft), Geräusche und Bewegung entzieht. Damit kann man Menschen in den Wahnsinn treiben.


5. Entwicklung der Antreiber - Einflüsse von Außen 

Im konkreten Erlebensbereich eines Kleinkindes spielen spezifische Bedingungen eine prägende Rolle: Stell dir vor, du wirst als drittes Kind geboren. Du bist ein Mädchen, und du findest eine sechs Jahre ältere Schwester und einen drei Jahre älteren Bruder vor. Beide haben die Bedingungen für ein Höchstmaß an Zuwendung schon herausgefunden, und sie haben sich ihren Platz in der Familie eingerichtet. Da sie unterschiedlichen Geschlechts sind, war das gar nicht so schwer. Beide sind sehr aktiv und manchmal für die Eltern etwas anstrengend. Die Schwester ist das quirlige Mädchen und der Bruder der lausbubenhafte Junge. Jetzt kommst du dazu.

Welche Rolle bleibt dir oder wird dir angeboten?

Du merkst, dass deine Mutter froh wird, wenn du nicht so anstrengend wie deine Geschwister bist, nicht so draufgängerisch wie dein Bruder, eher pflegeleicht und brav. Und schon gar nicht so quirlig wie deine Schwester. Man kann dich sogar ohne Bedenken für ein paar Wochen zu Oma geben, weil du ja so gut zu haben bist. Es kommt noch ein Geschwisterkind nach dir. Ein Junge, der häufig kränklich ist. Er zieht auch noch einiges an Aufmerksamkeit ab. Die Eltern betreiben Landwirtschaft und sind mit ihrer Aufmerksamkeit im Wesentlichen bei ihrer Arbeit.

Du lernst, dass deine Eltern nicht alles mitbekommen, was dir widerfährt, oder es nur beiläufig kommentieren. Wenn du in beängstigenden Situationen bist, musst du schauen, wie du alleine zurechtkommst. Wenn du den Impuls hast, wütend zu sein, weil du ungerecht behandelt wurdest, musst du dieses Gefühl unterdrücken. Denn die Momente, in denen du Beachtung und Zuwendung erfährst, sind die, wo du pflegeleicht, ruhig und brav bist. Also entwickelst du die Fähigkeit, Gefühle zu unterdrücken. Insbesondere Wut und Angst. Stattdessen zeigst du dich tapfer, stark und unerschütterlich.

Diese Fähigkeit verfestigt sich in deinem Nervensystem als automatisierte Verhaltensrichtlinie, und sie wird für dich normal. Du kannst nichts Auffälliges an dir entdecken.

Diese Fähigkeit, emotional kontrolliert zu sein, wird in vielen Bereichen der Gesellschaft sehr geschätzt. So zum Beispiel bei Rettungssanitätern, Juristen und Führungskräften - um nur einige zu nennen.

Du sagst unbewusst zu dir selbst: “Wenn du Zuwendung und Anerkennung willst, dann sei immer cool und stark.” Gerade in Situationen, in denen du selbst in Bedrängnis bist und es dir besonders wichtig ist, dein Sicherheitsgefühl wiederzuerlangen, wird sich der “Sei stark!”-Antreiber besonders stark in Deinem Denken, Fühlen und Verhalten ausdrücken.

Sei stark Innere Antreiber Transaktionsanalyse

Hinter unserem Handeln stecken also verinnerlichte elterliche Haltungen und Erwartungen, die du dir zu eigen gemacht hast. Die inneren Antreiber zeigen sich als unbewusste Automatismen, die unser Denken, Fühlen und Verhalten bestimmen.

6. So kannst du sie erkennen


Du kannst innere Antreiber anhand verschiedener Indizien erkennen. Es reicht jedoch nicht aus, sie an Wortfloskeln oder Gesten festzumachen. Es kann sehr sinnvoll sein, ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Stimmung der Antreiber bei dir und anderen entstehen lässt, wenn du in verschiedenen Situationen bist. Es gibt jedoch allerhand Hinweise auf Antreiber, die du auch beobachten kannst. Jeder Antreiber wird gekennzeichnet durch eine typische Kombination von:

  • Wortwahl
  • Sprechweise
  • Gesichtsausdruck
  • Gesten
  • Körperhaltung

Um Klarheit zu bekommen, kannst du einen Test durchführen, mit dem sich die Stärke deiner inneren Antreiber messen lässt. So erhältst du schnell eine Idee davon, wie sehr du von deinen inneren Antreibern geprägt bist.


7. Lerne den Umgang


Antreiber haben auch Talente bei Dir hervorgebracht, die mit deren Reifung wieder positiv hervortreten können ohne dass Du unter ihren Nachteilen leiden musst. Der Unterschied zwischen einem noch schadhaften Antreiber und einem erlösten besteht darin, dass die gereifte Form keine Zweifel mehr am Selbstwert aufkommen lässt, sondern Freiheit für angemessenes Verhalten lässt.

Du kannst Dich beeilen oder auch nicht und fühlst Dich bei beiden Entscheidungen gut.

Oder Du kannst etwas perfekt machen, musst es aber nicht. Das eigene Lebensgrundgefühl wird nicht mehr von einer solchen Entscheidung negativ beeinflusst.

Wenn Du unter Druck gerätst, geben Dir die unerlösten Antreiber die falschen und gefährliche Signale. Folgst Du ihnen, gerätst Du immer tiefer in die Verschlimmerungs-Spirale. Erlangst Du jedoch diese neue Freiheit, bist Du nicht mehr gefährdet von der Klippe des Burnouts zu stürzen.

So kannst du aktiv gegen sie vorgehen 


Damit sich die Antreiber nicht schädlich in Beruf und Privatleben auswirken, solltest Du Dich mit ihnen ehrlich und selbstkritisch auseinandersetzen. Dabei kannst Du ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Verhaltensweisen in welchem Maß durchaus sinnvoll sind und welche Stress (bei Dir selbst und bei anderen) auslösen. Alte Antreiber-Funktionsweisen können dann schrittweise durch neues Verhalten ersetzt werden.

Diese Maßnahmen kannst Du treffen, um mit Deinen Antreibern umzugehen:

  • Lerne die positiven Aspekte und Ressourcen schätzen, die mit Deinem Antreiber verbunden sind. Es sind Deine Talente.
  • Du kannst ein Bewusstsein für die Funktionsweise Deiner Antreiber entwickeln und diejenigen Situationen identifizieren, in denen sie gehäuft oder stärker auftreten.
  • Du kannst hemmende und hinderliche Bewertungen überprüfen und Dir eine passende Erlaubnis geben, statt Antreiber wirken zu lassen.

Achte bei Dir auf körperliche Anzeichen und unterbrich bewusst die Handlung:

  • Wenn Du beispielsweise bemerkst, wie Du Deine Stirn in Falten legst, kannst Du sie wieder entspannen.
  • Wenn Deine Bauchmuskeln verspannt sind und Du nur noch in die Brust atmest, atme bewusst in den Bauch und beobachte wie Du den Bauch entspannen kannst. Nimm Dir ruhig ein paar Minuten Zeit dafür.
  • Wenn Du bemerkst wie Du mit den Füßen unruhig wippst, entspanne Dich in Geduld.
  • Wenn Du bemerkst, dass Du ständig in Blickkontakt bist, wende ihn ab.
  • Wenn Du bemerkst, dass die Zeit knapp wird, erlaube Dir Dich mit dem bisher Erreichten zufrieden zu geben.

Lass dich nicht von ihnen kontrollieren


Wichtig ist, dass Deine inneren Antreiber Dein Handeln nicht permanent bestimmen und schon gar nicht in unpassenden Situationen das Kommando übernehmen. Denn auf diese Weise erschöpfst Du Dich nur. In den richtigen Situationen eingesetzt, sind sie sehr wertvoll. Nur wann ist diese „richtige” Situation?

Auf diese Frage kannst Du eine Antwort finden. Das kannst Du tun, indem Du Dir Zeit nimmst, in Dich hineinzufühlen. Es braucht manchmal ein wenig länger, bis Du mit Gefühlen in Kontakt kommst. Trau Dich, nimm Dir genügend Zeit, es wird ein Kontakt zustande kommen. Gefühle sind wichtige Indikatoren, die Schlussfolgerungen auf die dahinterliegenden Themen zulassen. Lernst Du mit Deinen Gefühlen in Kontakt zu sein, hast Du ein inneres Alarmsystem, das Dich hervorragend vor Erschöpfung und Ausbrennen schützt.


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Falls du eine Frage haben solltest, schreibe uns einfach in die Kommentare.

Dir alles Gute, Dein Bernd und Dein Steffen



Über die Autoren: Bernd Taglieber und Steffen Raebricht 
Fotos TA+ Trainer Bernd Taglieber und Steffen Raebricht

Bernd Taglieber: Supervisor, (Co-)Autor und Berater, Zertifizierter Transaktionsanalytiker (CTA), Organisationsentwickler, Coach und Supervisor, Unternehmer, hier erfährst du mehr über Bernd

Steffen Reabricht: Gründer von TA+, Selbstständig, Transaktionsanalyse-Trainer, Universitäts-Dozent (UT-Dallas), Trainer, Coach, Autor, Imker, hier erfährst du mehr über Steffen

Artikeldaten:
Innere Antreiber Transaktionsanalyse - Wie sie dich stressen und was du dagegen tun kannst
Name des Artikels:
Innere Antreiber Transaktionsanalyse - Wie sie dich stressen und was du dagegen tun kannst
Kurzbeschreibung:
Innere Antreiber Transaktionsanalyse sind verinnerlichte Befehle, die uns unter Druck setzen und damit wertvolle Energie rauben. Du lernst sie zu erkennen und mit ihnen umzugehen.
Autor:
Publisher:
Transaktionsanalyse-online
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