Innere Antreiber – Streng dich an!

"Arbeit kann keinen Spaß machen." , “Wer nie aufgibt, erreicht alles.” Menschen mit solchen Glaubenssätzen gehorchen womöglich einem "Streng dich an!" - Antreiber. In diesem Artikel wollen wir dir zeigen, woran du den Antreiber erkennst und wie du ihn auflösen kannst.

Der "Streng dich an!" - Antreiber

Menschen mit einem „Streng Dich an“-Antreiber führen Aufgaben mit einem Fokus auf die Anstrengung durch. Dies tun sie aus der gewohnheitsmäßigen Sorge, dass sie es ohne Anstrengung nicht schaffen könnten. Bei Herausforderungen spüren diese Menschen einen Leistungsdruck. Spaß an der Arbeit und Freude auch an spielend leicht erreichbaren Erfolgen scheinen ausgeschlossen. Ihnen wurde als Kind vielleicht einmal zu häufig gesagt: „Du schaffst das nicht.“ oder „Das ist nicht so einfach.“. Und wenn sie sich angestrengt haben, wurden sie gelobt. Nicht für das Ergebnis, sondern für die Anstrengung an sich. Allein die Tatsache, dass es anstrengend ist, ist wichtig, das Ergebnis ist zweitrangig.

Diese Menschen konzentrieren sich auf die Schwere des Weges. Sie erkennen eher die Mühe als die Leistung an. Ob das Ziel tatsächlich erreicht wird, ist bei diesem Antreiber nachrangig. Solange man sich angestrengt hat, erfährt man seine Berechtigung. Schaffen es die „Streng Dich an!”-Menschen trotz der Mühe, glauben sie, es wegen der Mühe geschafft zu haben. Bei ihnen geht in der Regel Quantität vor Qualität. Erfolge, die nicht auf Anstrengungen basieren, taugen nichts. „Was leicht von der Hand geht, ist verdächtig.“ oder „Von nichts kommt nichts.“ oder “No pain, no gain.”.

Streng dich an! - Antreiber handhaben: Das Buch

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Anzeichen für Streng Dich an Antreiber

In Anfangsphasen von Projekten können sie sehr aktiv sein. Doch nach und nach wird alles zur Mühsal. Menschen in der „Streng Dich an!”-Dynamik werden umso langsamer, je näher sie dem Ziel kommen. Sie verlieren auch gern das Zeitmanagement aus den Augen. Ihr inneres Ziel ist die Anstrengung und nicht die Zielerreichung. Gleichzeitig wollen sie unbewusst ihren Glauben bestätigen, das Ziel nicht erreichen zu können. Sie “beackern” ihr Feld, bis der Winter einbricht, kommen aber nicht auf die Idee, reife Früchte zu ernten.

Menschen, die betont leichtfertig an Aufgaben herangehen, leben die andere Seite des „Streng Dich an!“-Antreibers. Sie scheuen selbst angemessene Anstrengung und verfolgen damit ebenfalls ein „Ich schaffe es nicht“-Programm.

Menschen mit einem “Streng Dich an!”-Antreiber verwenden oft das Wort „versuchen“. Dabei klingt die Stimme etwas gequält. Auf www.transaktionsanalyse-online.de/burnout-vorbeugen-buch haben wir Dir ein Videobeispiel dazu gepostet.

Manchmal legen sie vielleicht noch die Hand an die Augen, als gäben sie sich größte Mühe. Hier ein paar Beispiele: 

  • Lasse, dem der Haushalt nicht leicht von der Hand geht: “Ich kenne mich da nicht wirklich aus.” 

  • Eine ältere Frau zum Umgang mit dem Handy: “Das ist so kompliziert.” 

  • Ein Student zur Quellenrecherche: “Es fällt mir schwer.” 
  • Der Mitarbeiter zum Vorgesetzten: “Das verstehe ich nicht.” oder “Das ist aber kompliziert.”

Es kann auch sein, dass Du solche Formulierungen hörst:

  • “Wer nie aufgibt, erreicht alles.”
  • “Erfolge muss man sich hart erarbeiten.”
  • “Das wird ein hartes Stück Arbeit.”

Die Ausprägung dieses Antreibers kann viele Facetten haben. Dadurch kann es sein, dass er schwer zu erkennen ist. Steffen hatte ihn einmal bei sich bemerkt, als er jemandem etwas beibringen wollte und sich dabei selbst ertappte, wie er sagte: “Wenn du das lernen willst, dann aber richtig.” Es gab keinen leichten Weg. Das Lernen musste hart sein, sonst war es nicht “richtig”.

Bei Menschen mit “Streng Dich an!”-Antreiber kann der Eindruck aufkommen, dass sie es lieber versuchen, als es wirklich zu tun. Bei anderen entsteht ein Gefühl der Schwere oder das Gefühl, dass man ihnen nicht zutraut, dass sie die Leistungsfähigkeit oder Leistungsbereitschaft hätten.

Streng dich an! - Antreiber auflösen

Solltest Du feststellen, dass Dich der “Streng Dich an!”-Antreiber anspricht, dann räumst Du der Schwere bei Aufgaben wahrscheinlich einen zu hohen Stellenwert ein. In seiner gereiften Form birgt dieser Antreiber aber auch Ressourcen, beispielsweise:

  • Du hast Durchhalte- und Beharrungsvermögen.
  • Du kannst mit angemessener Beharrlichkeit für Dinge sorgen.
  • Du verfolgst Aufgaben mit Beständigkeit und hast den nötigen Sinn für Gründlichkeit und Ausdauer.
  • Du bist nicht so stark lustgesteuert.

Um diese Ressourcen zur Geltung zu bringen, bieten wir Dir folgende Erlaubnisse an:

  • Tue es, anstatt es zu versuchen.
  • Du darfst an der Arbeit auch Spaß haben und sie Dir leichter gestalten.
  • Du darfst etwas mit Gelassenheit tun und vollenden.
  • Auch wenn es leicht geht, kann es wertvoll sein.
  • Du darfst Dich immer wieder auch entspannen und Fortschritte genießen.
  • Setze Dir realistische statt unerreichbare Ziele und definiere Dir Teilziele.
  • Du darfst “leicht Erreichtes” anerkennen und Dich daran freuen.

Zudem kannst Du schauen, wie Du die gleiche Aufgabe mit Freude und Leichtigkeit erledigen kannst. Dabei kannst Du in Betracht ziehen:

  • Die Umgebung (Arbeit von zu Hause statt im Büro)
  • Die Menschen, mit denen Du zusammen bist (Tun sie Dir gut?)
  • Die Tageszeit (Bist Du ein Morgenmensch?)
  • Eine neue Art der Ausführung (Versuche, den Geschirrspüler mal zu Deiner Lieblingsmusik auszuräumen)
  • Mit einer neuen Haltung von Leichtigkeit (Wie kannst Du es mit Freude machen?)

Die Arbeit bis zur endgültigen Belohnung darf Spaß machen und Pausen haben. Frei nach dem Motto: Work smart, not hard.




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"Arbeit kann keinen Spaß machen." , “Wer nie aufgibt, erreicht alles.” Menschen mit solchen Glaubenssätzen gehorchen womöglich einem "Streng dich an!" - Antreiber. In diesem Artikel wollen wir dir zeigen, woran du den Antreiber erkennst und wie du ihn auflösen kannst.
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