Ich bin ok Du bist ok - So entwickelst du deine Haltung

In diesem Artikel erfährst du alles rund um das Thema “Ich bin ok Du bist ok”. Hinter dieser einfachen Regel verbirgt sich eine häufig gar nicht so einfach umzusetzende Haltung für den Alltag. Diese Themen behandeln wir:

Ich bin ok Du bist ok - Transaktionsanalyse - Das grafische Modell (Okay-Geviert)

Transaktionsanalyse - Ich bin ok Du bist ok: So wie es die Richtungen der Psychoanalyse, Systemischen Psychologie oder Verhaltenspsychologie gibt, stellt auch die Transaktionsanalyse einen seperaten Bereich dar. Sie ist eine eigenständige Kommunikations-Therorie innerhalb der Psychologie. Sie analysiert Kommunikationsaustausch (sog. Transaktionen). Daraus können Rückschlüsse über die kommunizierenden Personen und deren Persönlichkeiten gezogen werden.

Ein Konzept innerhalb der Transaktionsanalyse ist das Lebensskript. Dieses  Konzept macht Aussagen über einen unbewusst verfassten Lebensplan, den sich jeder Mensch in seiner Kindheit anlegt.

Ein Unterkonzept des Lebensskripts sind die sogenannten Lebensgrundpositionen oder Ok-Positionen oder auch Okay-Geviert. Damit ist Dasselbe gemeint. Sie beschreiben, wie Menschen sich selbst und andere erleben und bestehen aus vier Positionen. Schau dir das Bild an:

Ich bin okay du bist okay-Positionen Transaktionsanalyse

Diese Diagramm beschreibt zweierlei:

  1. Jeder Mensch wählt sich als Kleinkind eine der vier Positionen als Grund-Disposition und wird diese sehr wahrscheinlich ein Leben lang beibehalten.

  2. Menschen besetzen in verschiedenen Situationen auch verschiedene Positionen.

Zu 1. Menschen machen sich als Kleinkinder ein Bild von sich selbst, von anderen und von der Welt als Ganzes. Das benötigen sie, um sich orientieren zu können. Denn ohne einer solchen Grundbeurteilung könnten Erlebnisse nicht eingeordnet und somit zu Erfahrungen werden. Ein solcher Mensch wäre orientierungslos. Er wäre wie ein Blatt im Wind. Leider machen viele von uns nicht nur gute Erfahrungen als Kinder. So kann es passieren, dass sich Menschen andere Lebenspositionen wählen als “Ich bin ok Du bist ok”.

Zu 2. Es ist situativ abhängig, welche Position Menschen besetzen. Eine Person könnte in unterschiedlichen Szenarien beispielsweise diese Positionen einnehmen:

  • Seine Geburtstagsfeier (+/-)
  • Beim Fußballschauen auf die gegnerische Mannschaft schimpfen oder beim Schwatzen über Bekannte lästern (+/-)
  • Wenn man einen Anfänger-Tanzkurs besucht und die anderen scheinbar schon viel mehr können (-/+)
  • Nach einem Streit mit seinem Partner (-/-)

Jedoch bleibt die eigene Lieblingsposition bestehen, die sich wie ein roter Faden durch das Leben zieht. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, das zu ändern. Im Beispiel später wirst du sehen, was ich meine.

Die Menschen sind in Ordnung - Eine alltagstaugliche Haltung

Fängst du an, dich mit der Transaktionsanalyse zu befassen, wirst du auch auf ihre Grundannahmen stoßen. Eine lautet: Die Menschen sind in Ordnung. Mir geht es immer so, dass das ziemlich banal klingt. Allerdings ist die Umsetzung dieser simplen Grundannahme alles andere als simpel.

Gerade im alltäglichen Ausdruck kann es sehr anspruchsvoll sein, diese Haltung durchgehend zu berücksichtigen.

Die Menschen sind in Ordnung meint, dass jeder Mensch von Geburt an in Ordnung ist. Daran gibt es nichts zu rütteln. Das “in Ordnung sein” rührt daher, dass er als ein Lebewesen geboren ist.

Es geht hier um den Wert des Menschen - nicht aber um sein Verhalten. Das Verhalten kann auch nicht in Ordnung sein. In der Transaktionsanalyse wird eine strikte Trennung zwischen Person und Verhalten vorgenommen. Die Person ist IMMER ok, das Verhalten kann auch nicht ok sein.

  • “Ich mag dich” - kann ein Ausdruck sein von: Ich bin ok Du bist ok.
  • “Ich kann dich nicht leiden” - stellt einen Ausdruck dar von: Ich bin ok Du bist nicht ok.

Ich bin ok Du bist ok - Buch von Harris

1967 veröffentlichte Thomas Anthony Harris das Buch mit dem Titel: Ich bin o.k. Du bist o.k. Der Titel wurde von den Ok-Positionen entlehnt, der ebenfalls eine Grundposition der Transaktionsanalyse widerspiegelt. Tatsächlich handelt es sich bei dem Buch um eine Einführung in die Transaktionsanalyse.

Harris Ich bin okay du bist okay

Das Werk ist nach wie vor populär, jedoch an Aktualität etwas in die Jahre gekommen. Beispielsweise wird Homosexualität noch als pathologisch beschrieben. Es wird oft in Extremsituationen argumentiert. Das ist für Einsteiger oftmals nicht alltagstauglich.

Im Buch werden grundlegende Konzepte der Transaktionsanalyse besprochen, wie beispielsweise Ich-Zustände und Transaktionen. Da das Buch inzwischen 40 Jahre alt ist und die Transaktionsanalyse ständig weiterentwickelt wird, bietet sich hier zeitgemäßere Literatur eher an. Ganz aktuell (2016), leider derzeit nur in Englisch erhältlich: “Into TA: A Comprehensive Textbook on Transactional Analysis” von William F. Cornell.

Auf deutsch gibt es: Transaktionsanalyse: Eine Einführung von Ian Stewart und Vann Joines.

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Beispiel zu Ok-Positionen

Hier ein Erfahrungsbericht, wie ich die Ok-Positionen im Alltag verwende:

Ich gestern mal wieder…

Mein Mittagschlaf ist beendet. Ich fahre wieder zur Arbeit und habe einen Parkplatz für meinen Roller gefunden. Ich laufe die letzten Meter zum Büro. Da sehe einen Mann aus einem Geschäft kommen, der zehn Meter vor mir dieselbe Straße hinunter läuft. Ich werde nie ein Wort mit ihm wechseln. Er ist zufällig da. Die Situation ist völlig bedeutungslos. Wäre da das Thema Lebensskript nicht.

Lass uns ein paar Sekunden zurückspulen.

Als ich den Mann zum ersten mal erblicke, als er das Geschäft verlässt, kommt mir der Gedanke: „Ich bin cooler als er!“

Ich bleibe stehen und frage mich: „Was war das denn?“

Wie komme ich darauf mir ein Urteil zu bilden über einen wildfremden Mann, der einfach nur aus einem Geschäft rauskommt? Er ist nicht einmal auffällig gekleidet.

Mir wird bewusst, dass ich gerade ein erstes Urteil über einen Menschen gefällt habe. Und zwar kein gutes.

Die Transaktionsanalyse kennt die sogenannten Ok-Positionen:

  • Ich bin ok Du bist ok (+/+)
  • Ich bin ok Du bist nicht ok (+/-)
  • Ich bin nicht ok Du bist ok (-/+)
  • Ich bin nicht ok Du bist nicht ok (-/-)

Jeder Mensch hat eine Grund-Disposition dieser vier Ausrichtungen. Sie prägen sich sehr früh im Leben. Du kannst dir sicherlich schon denken, welche meine ist:

Ich bin ok Du bist nicht ok

Okay Positionen Steffen

In der oben beschriebenen Situation hat diese Disposition scheinbar noch keine Auswirkungen. Scheinbar. Allerdings hat sie doch eine. Nämlich, dass ich mir damit eine Berechtigung gegeben habe, mich besonders cool und überlegen fühlen zu können. Das sind keine guten Bedingungen, um in Einklang und Harmonie mit der eigenen Umwelt zu interagieren. Stell dir vor ich hätte nicht bemerkt, was ich da gerade für einen Film schiebe.

Vielleicht wäre ich dann auch überheblich ins Büro gegangen. Andere hätten  mich als arrogant wahrnehmen können. Zu recht.

Jemand mit einer „Ich bin nicht ok Du bist ok“-Disposition hätte sich vielleicht gedacht: „Boah, der ist viel cooler als ich“ und hätte sich damit selbst vielleicht einen Anlass gegeben, sich mies zu fühlen.

Mein erster Gedanke über den Mann war ein automatisierter. Das bedeutet, dass ich eventuell öfter so etwas denken könnte ohne es zu bemerken. Tatsächlich ist das auch noch manchmal so. Solche Gedanken haben das Potential, ein Schicksal heraufzubeschwören​. Womit wir beim Thema Lebensskript angekommen wären:

Stell dir vor ich wäre durch irgendeinen Umstand mit dem Mann ins Gespräch gekommen. Unser erster Austausch wäre durch meinen Initialgedanken schon getrübt gewesen. Diese Dynamik spricht Eric Berne auch mit seinem Buchtitel an: „Was sagen sie, nachdem sie ‚Guten Tag‘ gesagt haben“

Eric Berne Transaktionsanlyse Was sagen sie nachdem sie guten Tag gesagt haben

Bist du dir deiner Gedanken nicht bewusst, besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass du auf deine eigene Geschichte reinfällst und dir damit eine bestimmte Realität kreierst.

Gedanken sind die Bausubstanz deines Lebensskripts. Führst du bereits auf dieser Ebene Änderungen herbei, änderst du auch dein Lebensskript.

Jetzt habe ich eine schlechte und eine gute Nachricht für dich. Zuerst die schlechte…

Du hast bereits eine Disposition. Bei vielen Menschen ist das:


  • "Ich bin ok Du bist nicht ok" (+/-) oder
  • "Ich bin nicht ok Du bist ok" (-/+).
  • Es gibt nur wenige mit (-/-).


Übrigens: Diese Haltungen ändern sich situativ, wie bereits erwähnt. Jedoch bleibt eine Grunddisposition, an der nicht so einfach zu rütteln ist.

Übung zum Okay-Geviert

Hey hey, kein Grund frustriert zu sein, wenn du nicht von Natur aus eine Ich bin ok Du bist ok Disposition mitbringst. Die habe ich ja auch nicht. Es gibt Möglichkeiten.

Wir machen uns das transaktionsanalytische Änderungsprinzip zu eigen:

  1. Analyse
  2. Neuentscheidung

Wie das geht, dazu habe ich dir hier eine Übung vorbereitet. Einfach downloaden und los geht’s.

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Das ist im Wesentlichen zum Thema Ich bin ok Du bist ok zu sagen. Falls du Fragen hast oder deine Geschichte teilen möchtest, kannst du das hier in den Kommentaren tun. Ich antworte immer persönlich.

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Ich bin ok - Du bist ok: Erfahre alles über dieses Konzept
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Ich bin ok - Du bist ok: Erfahre alles über dieses Konzept
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In diesem Artikel findest du alles zum Thema - Ich bin ok - Du bist ok: Konzept der Ok-Positionen, Grundhaltung, Buch von Harris, Beispiele, Übung.
Steffen Raebricht
Steffen Raebricht
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