• 5. Mai 2020

Eustress - Distress - Auswirkungen von Stress - Auf die Balance kommt es an

Stress hat nicht nur negative Folgen, sondern kann dich auch positiv beeinflussen. Im Folgenden wirst du die 2 Arten von Stress kennenlernen: Eustress und Distress. Du erfährst, wo genau der Unterschied liegt, woran du sie erkennst und wie du von diesem Wissen profitieren kannst. 

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1. Stress - Unser ständiger Begleiter


Stress ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Es ist unmöglich, keinen Stress zu empfinden. Deshalb ist es umso wichtiger, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Geschehnisse und deren Funktion zu verstehen. 

Stress entsteht, wenn wir unter Leistungs- oder Zeitdruck stehen. In unserem Körper werden bestimmte Hormone ausgeschüttet, die unsere Leistungsfähigkeit steigern. Das passiert, indem sich unser Blutdruck erhöht und Gehirn und Muskeln stärker durchblutet werden. Zusätzlich wird die Verdauung gehemmt, um Energie zu sparen. So können wir Situationen bewältigen, denen wir normalerweise nicht gewachsen wären. 

Diese Auswirkung von Stress ist an sich erstmal eine positive Sache und hat uns Menschen früher das Leben gerettet. Unsere Fähigkeit, Stress zu empfinden und dadurch unsere Leistung zu steigern, hat uns damals im Kampf oder auf der Flucht das Überleben gesichert. 

Heutzutage befinden die meisten Menschen sich sehr selten oder nie in echten Kampf- oder Fluchtsituationen. Stress empfinden wir trotzdem. Vermutlich sogar häufiger als damals. Zusätzlich ist Stress, obwohl es nur als Notfallprogramm für Extremsituationen gedacht ist, bei vielen Menschen ein Dauerzustand. Verantwortlich dafür sind die modernen Belastungen des Alltag: Arbeits- / Leistungs- / Termindruck, Doppelbelastungen, Dauererreichbarkeit, ...

Mit diesen Dingen verbinden wir Stress, aber nicht auf eine gute Weise. Doch Stress ist nicht immer negativ. Wie wir gesehen haben, war er früher lebensnotwendig. Und auch heute gibt es Stress, den wir als positiv wahrnehmen. Aber eben auch den, der uns negativ beeinflusst. Schauen wir uns das mal genauer an:

2. Was ist Eustress und was ist Distress?


Kurz gesagt: Eustress ist positiver Stress. Distress ist negativer Stress.

Heute ermöglicht uns Eustress (positiver Stress), dass wir Aufgaben/Herausforderungen in der vorgegebenen Zeit, mit großer Konzentration oder mit gesteigerter Leistung meistern können. Das können zum Beispiel Prüfungen, ein Auftritt vor anderen Personen oder ein Fußballspiel sein. Vorher empfinden wir Aufregung bzw. eine leichte Anspannung. Diese hemmt uns nicht. Ganz im Gegenteil: Sie sorgt dafür, dass wir die anstehende Aufgabe meistern können. Genau das ist Eustress.

Die Anspannung ist bei Eustress nur kurzfristig und wird zeitnah von einer Entspannungsphase abgelöst. Passiert das nicht und bleibt der Stress über einen längeren Zeitraum bestehen, dann wird er negativ. Dann spricht man von Distress.

Empfinden wir Distress, schaffen wir es nicht, die an uns gestellten Aufgaben und Belastungen zu meistern. Wir sind hilflos und handlungsunfähig, weil wir nicht wissen, wie wir den Stress bewältigen sollen. Wir sind überfordert.

Distress kann von negativen Gefühlen und Ereignissen ausgelöst werden. Das kann zum Beispiel ein schlechtes Arbeitsklima, Streit in Beziehungen oder eine Trennung sein. Gerade bei Aufgaben, die wir nicht aus eigenem Antrieb tun, wird negativer Stress befeuert. Aufgaben, denen wir nicht gewachsen sind lösen ebenso Distress aus. 

3. Eustress und Distress erkennen - Unterschiede verstehen


Der wesentlichste Unterschied ist die Dauer der Anspannung. Bei Eustress ist sie kurz und bei Distress lang. Während es bei Eustress Phasen der Entspannung und Pausen gibt, ist das bei Distress nicht der Fall. Vor allem in unserer Gefühlslage können wir den Unterschied gut erkennen:

Eustress ist von positiven Gefühlen begleitet. Wir fühlen uns motiviert, optimistisch, stark, hoffnungsvoll und zuversichtlich.

Distress hingegen sorgt dafür, dass wir gereizt und erschöpft sind. Uns fehlt Motivation und wir sind pessimistisch und hoffnungslos eingestellt. 

4. Eustress nutzen - Distress vermeiden


Die Grenzen zwischen den beiden Stressformen sind fließend. Das heißt, wir merken oft nicht, dass unser Eustress sich in Distress verwandelt. Die Folgen sind, dass wir keinen Zugang mehr zu der Energie haben, die uns die Arbeit hätte erleichtern können. Stattdessen schlagen wir uns nun mit Erschöpfung rum. 

Wollen wir häufiger Eustress empfinden und ihn besser nutzen, können wir darauf achten, dass wir:

  • genügend Pausen machen und uns entspannen; 
  • unser Arbeitspensum nicht überschätzten und uns nicht zu viele Aufgaben aufladen;
  • für unsere Aufgaben genügend Zeit einplanen; 
  • uns Hilfe holen wenn wir etwas nicht können oder überfordert sind;
  • unsere Aufgaben angenehm gestalten, um uns zu deren Erledigung zu motivieren.

Dadurch vermeiden wir zugleich, Distress zu empfinden.

Um das umzusetzen kannst du:

  • Pausen und Arbeitsschluss fest einplanen;
  • dir pro Tag drei Aufgaben weniger vornehmen;
  • dir ein Zeitlimit setzen und dann noch einen kleinen Puffer einbauen;
  • mal deinen Arbeitsort wechseln, dir extra Ruhe verschaffen, mit Musik arbeiten oder dir Hilfe zur Seite holen. 

Wichtig dabei ist, auf deine Bedürfnisse zu achten. Wir wissen: Jeder Mensch ist anders. Während die einen nur in absoluter Ruhe arbeiten können, brauchen die anderen einen gewissen Geräuschpegel. Es gilt also herauszufinden, was für dich am besten ist. Und das machst du durch ausprobieren! Gib unterschiedlichen Dingen eine Chance und behalte das bei, was dir hilft, negativen Stress zu vermeiden. Auch wenn es für andere vielleicht komisch sein mag oder nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht. 

Dazu kannst du dich auch mit anderen austauschen. Das bringt neue Impulse und Ideen, wie andere mit Stress umgehen. Du kannst ja schauen, wer in deinem Umfeld gut mit Stress klarkommt. Diesen Menschen kannst du dann einfach mal interviewen und herausfinden, wie er das schafft. Es ist sinnvoll, sich Leute als Vorbild zu nehmen, die schon da sind, wo du hinwillst. So kannst du sicher sein, dass ihre Tipps inhaltsvoll sind, zumindest meistens. 

5. Der Flow-Zustand - Eine besondere Form des Eustress


Ist das Anforderungslevel angemessen, können wir in den Flow-Zustand kommen. Dieser ist eine besondere Form des Eustress.

“Flow” ist das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit (nach Mihaly Csikszentmihalyi). Sind wir im Flow, dann sind unser Fühlen, Wollen und Denken in Übereinstimmung. Wir können hochkonzentriert arbeiten und vergessen alles um uns herum. Unsere Arbeit geht regelrecht mühelos vonstatten. Wir vergessen die Zeit, und sie vergeht schneller als sonst. 

Wir können in den Flow-Zustand kommen, wenn wir:

  • vor einer Aufgabe stehen, die uns heraus- aber nicht überfordert;
  • die entsprechenden Fähigkeiten haben, um die Aufgabe zu lösen;
  • ohne Ablenkungen daran arbeiten können;
  • das Gefühl haben, dass wir die Kontrolle haben (dabei ist es egal, ob wir sie tatsächlich haben);
  • Feedback bekommen.

Die optimale Mischung aus Herausforderung und eigenen Ressourcen sorgt dafür, dass wir motiviert werden und unsere Tätigkeit bis zum Abschluss durchführen wollen. Wir arbeiten dadurch besonders effizient. 

Den Flow-Zustand kannst du in jeder Lebenslage erleben, sei es beim Lesen eines Buches, beim Kochen, Malen oder Musizieren, beim Wandern oder Klettern und eben auch auf der Arbeit. Es gilt lediglich herauszufinden, welche Dinge dich in diesen Zustand befördern. Dabei helfen dir die Tipps, die wir dir unter 4. gegeben haben. 

Eine Sache gibt es noch zu beachten: 

Auch im Flow-Zustand verbrauchst du Energie. Deshalb ist es auch dort notwendig, Pausen einzubauen, bzw. danach eine Phase der Entspannung einzulegen. Das ist wichtig, damit du auch in Zukunft davon Gebrauch machen kannst. Denn wenn man erschöpft ist, wird man den Flow-Zustand nicht erreichen. 


Zusammenfassung und PDF-Download

  • Stress entsteht, wenn wir unter Leistungs- oder Zeitdruck stehen.
  • Eustress (positiver Stress) sorgt dafür, dass wir Aufgaben/Herausforderungen meistern können.
  • Distress (negativer Stress) sorgt dafür, dass wir uns hilflos, überfordert und handlungsunfähig fühlen.
  • Wollen wir häufiger Eustress empfinden, können wir darauf achten, dass wir auf unsere Bedürfnisse achten.
  • Im Flow besteht die optimale Mischung aus Herausforderung und eigenen Ressourcen sodass wir motiviert werden.


Hier kannst du dir die Zusammenfassung als PDF downloaden:

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