DAS DRAMA-DREIECK TRANSAKTIONSANALYSE - KONFLIKTE UND DRAMA VERMEIDEN

Das Drama-Dreieck hilft dir, Konfliktpotential schon vor dem Entstehen von Streit zu erkennen. Sei es Stress in der Partnerschaft, Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten im Beruf oder Zwist mit Familienangehörigen. Es zeigt dir Möglichkeiten auf, wie du Streitigkeiten und Drama aus dem Weg gehen kannst. Das Drama-Dreieck ist ein Konzept der Transaktionsanalyse (TA). In diesem Artikel wirst du das Drama-Dreieck kennenlernen und verstehen, wie du es anwenden kannst, um Drama schon im Vorfeld zu vermeiden. Du lernst ebenfalls Strategien kennen, auszusteigen, falls du dich schon auf dem Weg ins Drama befindest.

1. Was ist das Drama-Dreieck? Wie funktioniert es?

Das Drama-Dreieck Transaktionsanalyse (TA) beschreibt drei mögliche Positionen, die zu unheilvollen Verstrickungen führen können. Es besteht aus der Retter-Position, der Verfolger-Position und der Opfer-Position.

Mit dem Drama-Dreieck kann ein Interaktionsmuster dargestellt werden. Es deckt auch eine bestimmte Kommunikationsstruktur auf. Menschen sind nicht per se Retter, Verfolger oder Opfer. Sie verhalten sich lediglich in bestimmten Situationen als solche. Dabei blenden sie immer einen oder mehrere Aspekte der Realität aus oder werten sie ab. Gleichzeitig vermeiden sie es auf diese Weise, ihr Beziehungskonzept und ihre Grundüberzeugungen hinterfragen zu müssen.

Ein Verhalten innerhalb des Drama-Dreiecks erzeugt Drama in Beziehungen. Das bedeutet, dass sich letztendlich alle Beteiligten mindestens schlecht fühlen werden. Das kann aber auch bedeuten, dass es zu Handgreiflichkeiten kommt.

Agierst du außerhalb des Drama-Dreiecks, dann nimmst du keine Rolle ein und besetzt damit eine neutrale Position. Keine Rolle einzunehmen hat mehrere Vorteile. Sie vermeidet auf lange Sicht Beziehungsdramen und trägt damit zu einem Leben bei, welches frei ist von unnötigen Konflikten. Dem Drama wird von zwei Seiten Wind aus den Segeln genommen:

  1. Indem du durch dein Verhalten keine anderen Personen zum Drama einlädst. 

  2. Indem du auf Einladungen von anderen nicht mehr eingehst.

Damit gibst du den negativen Dynamiken im Drama-Dreieck kein Futter. Die Alternative zum Drama-Dreieck besteht also darin, erst gar nicht eine der Positionen im Dreieck einzunehmen, sondern die Verführungen zu erkennen und ihnen zu widerstehen.

Besetzt du jedoch eine der unheilvollen Rollen, dann spielst du wahrscheinlich mit anderen ein unbewusstes psychologisches Spiel, welches im Endeffekt zu Drama und miesen Gefühlen führen wird. Das passiert durch einen plötzlichen Rollenwechsel innerhalb des Dreiecks.

Das Trickreiche am Drama-Dreieck ist, dass man in einer Position startet, jedoch dann ein Rollenwechsel stattfindet. 

Dadurch verändert sich die Beziehungsdynamik. Alle Beteiligten fühlen sich verwirrt oder unverstanden.

Ein Beispiel: Ein Kollege fragt sich, scheinbar laut denkend: “Wie ordne ich den Vorgang nur zu?” Dabei schaut er etwas ratlos drein. Eigentlich ist klar, welche Optionen der Zuordnung es gibt. Ein solches Verhalten, tritt es öfter auf, könnte ein Indiz für das Einnehmen der Opfer-Position sein.

Eine Kollegin springt auf die “Einladung” (ratlos schauen) an und entgegnet: “Du kannst es ja zu Vorgang B ordnen.” Damit übernimmt die Kollegin das Denken für den Kollegen. Der entgegnet mit “Ah ja, danke!” Die Kollegin hat das Nachdenken und die Verantwortung für den Vorgang übernommen.

Daraus können sich mehrere Drama-Optionen ergeben. Falls irgendwann mal etwas mit der Zuordnung nicht stimmen sollte, könnte der Kollege die Kollegin verantwortlich machen. Dann würde er von der Opfer-Position in die Verfolger-Position wechseln und seine Kollegin wiederum ins Opfer einladen: “Du hast gesagt, dass ich das so machen soll!” Beide fühlen sich schlecht.

Oder aber die beiden spielen noch eine Weile in ihren Rollen weiter. Die Kollegin kommt sich mit ihren Ratschlägen hilfreich vor. Der Kollege erhält Orientierung und muss selbst keine Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Nach einer gewissen Zeit könnte die Kollegin es satthaben, ständig Verantwortung für ihren “unfähigen” Kollegen übernehmen zu “müssen”. Sie könnte von der Retter-Position in die Verfolger-Position wechseln: “Du kannst echt nichts alleine!” Beide fühlen sich mies.

Eine weitere Version könnte sein, dass sich die Kollegin durch das unbewusst “sich unfähig darstellen” ermuntert fühlt, weitere Tipps zu geben. Nach einiger Zeit ist der Kollege genervt von seiner Kollegin. Er könnte auf Distanz gehen oder sie angreifen: “Du führst dich hier auf als wärest du mein Chef!” Beides sind Ausdrücke der Verfolger-Position und laden die Kollegin wieder in die Opfer-Position ein. Du kannst es dir sicherlich schon denken: Beide würde sich schlecht fühlen.

Es könnte langfristig auch dazu kommen, dass die beiden nicht mehr zusammen in einem Büro sitzen wollen oder Schlimmeres. Lass uns jetzt genauer auf die einzelnen Rollen im Drama-Dreieck schauen, bevor wir uns anschauen, wie wir psychologische Spiele im Drama-Dreieck der Transaktionsanalyse vermeiden.

2. a) Die Retter-Position: Ich helfe dir! 

Menschen, die die Retter-Position besetzen, werden von der Gesellschaft im Allgemeinen als großzügig und hilfsbereit wahrgenommen. Doch sie haben auch die Neigung, andere in ihrer Fähigkeit selbst nachzudenken und selbstverantwortlich zu handeln, unbewusst abzuwerten. Ihre grundsätzliche und unreflektierte Idee, wie man mit anderen in Beziehung kommt, besteht darin geben zu müssen. Nur wenn sie mehr geben als nehmen, glauben sie in einer Beziehung sicher verbunden zu sein (Bernd Taglieber). Sie tun dies aus einer fürsorglichen Elternhaltung heraus. Damit werden die Beziehungspartner tendenziell zu Kindern!

Menschen besetzen die Retter-Position, weil es sie in eine geglaubt hilfreiche Position bringt. Ihre Lebensgrundposition lautet: „Ich bin okay, wenn ich hilfreich sein kann.“ Sie haben in ihrer Kindheit gelernt, dass sie mit Hilfsangeboten und ihrer kindlichen Fürsorglichkeit gut bei Mama oder Papa ankamen. Um fürsorglich sein zu können, müssen sie auf die Defizite ihrer Bezugspersonen fokussiert sein. Das heißt, alle Menschen, mit denen sie es zu tun bekommen, sind auf irgendeine Art defizitär und brauchen demzufolge Unterstützung.

Ein Mensch, der die Retter-Position besetzt, sorgt sich um andere. Hier ein paar Beispiele:

  1. Die Mutter beklagt sich bei ihrem erwachsenen Sohn am Telefon darüber wie schrecklich alles ist. Der Sohn verfällt immer mehr in Sorge um seine Mutter und fühlt sich verpflichtet, seiner Mutter unter die Arme zu greifen. Er hilft, ohne um Hilfe gebeten worden zu sein.

Der erwachsene Sohn wird zu Anschaulichkeitszwecken etwas jünger dargestellt

  1. Ein Teilnehmer liest während eines Seminars laut vor. Dabei kommt er ein wenig ins Stocken. Sofort kommt ein anderer Seminarteilnehmer zu Hilfe und beendet den Satz korrekt.

Das Drama-Dreieck ist ein Konzept der Transaktionsanalyse. Sie bietet dir noch viele weitere interessante Konzepte. Mit meinem Grundkurs kannst du deine kommunikativen Fähigkeiten erweitern.

3. b) Die Verfolger-Position: Ich bin überlegen!

Menschen, deren Lieblingsrolle im Dramadreieck Transaktionsanalyse die Verfolger-Position ist, werden häufig als dogmatisch, selbstgewiss oder streng wahrgenommen. Sie verstehen es, andere in die Defensive einzuladen. Ihnen ist es wichtig, sich überlegen zu fühlen. Sie wissen genau, was richtig und was falsch ist, und denken stark in schwarz-weiß Kategorien. Sie treten oft auf wie überkritische Eltern oder Lehrer.

Personen aus der Verfolger-Position werten häufig andere ​ab. Verfolger besetzen die Position: „Ich bin in Ordnung, die anderen sind nicht in Ordnung.“, so wie es auch die Retter tun. 

„Mein Chef wird nie eine echte Führungskraft.” „Meine Ex ist beziehungsunfähig.” „Alles Idioten.” - Das könnten Äußerungen eines Menschen sein, der die Verfolger-Position besetzt.

Verfolger verfolgen, weil sie sich durch ihr Verhalten eine Rechtfertigung schaffen, sich intelligenter, stärker und überlegen zu fühlen. Sie vertreten die Grundüberzeugung: „Ich bin okay, die anderen sind nicht okay.“ Diese Grundüberzeugung bestätigen sie sich, indem sie andere Personen zu ihren Opfern machen. Menschen, deren Lieblingsposition der Verfolger ist, brauchen andere Menschen, denen sie sich überlegen fühlen können. Seien es der Partner, Kollegen, die Nachbarn, Freunde, die andere Fußballmannschaft oder das Nachbarland. Mann gegen Frau, Schalke gegen Dortmund, Amerikaner gegen Mexiko usw. 

Personen, die die Verfolger-Rolle besetzen:

  1. wissen es besser: „So ist das richtig.“ „Das macht man so.“ „Das gehört sich nicht.“
  2. streben danach hierarchisch überlegen zu sein: Der Verfolger bestimmt im Café den Platz, geht voraus.
  3. beschuldigen andere: „Das ist allein deine Schuld.“

Der Gedanke, mit anderen auf Augenhöhe zu stehen, bereitet Menschen in der Verfolger-Position Unbehagen. Doch tatsächlich liegt im „nicht besser Sein“ eine Chance für sie. Es bietet nämlich die Chance, sich selbst mit seinen Unzulänglichkeiten zu erkennen, und die Möglichkeit in Beziehung mit anderen zu kommen. Personen, die die Verfolger-Positionen besetzen, fühlen sich nämlich oftmals auch isoliert und unverstanden. Dieses Gefühl ist ihr “Ruf”, etwas zu überdenken.

4. c) Die Opfer-Position: Ich kann das nicht!

Menschen, die die Opfer-Rolle besetzen, präsentieren sich anderen gegenüber häufig als schwach und hilflos. Diese Personen werten sich selbst, ihre Fähigkeit zu denken und die Verantwortung für ihr eigenes Handeln ab. Sie zeigen nach außen ein schwaches Selbstbewusstsein.

Ein echtes Opfer – im Gegensatz zum Drama-Opfer – kommt unverschuldet in eine Notsituation und trägt zu seiner Situation selbst nichts bei. Zum Beispiel ein Ertrinkender. Echte Opfer können unter anderem auch daran erkannt werden, dass sie ihren Rettern gegenüber dankbar sind. Das hat nichts mit dem Drama-Dreieck zu tun.

Opfer im Sinne des Drama-Dreiecks tragen zu ihrer eigenen Situation selbst mit bei. Sie unternehmen auch keine Anstrengung aus ihr herauszukommen und laden andere zu Rettungsaktionen ein mit ihrem Verhalten. Ein Drama-Opfer sucht sich also unbewusst seinen passenden Drama-Retter oder -Verfolger und umgekehrt. Es entsteht ein gefühlter Sog zwischen den Rolleninhabern, der es für beide interessant macht, im Drama- Dreieck zu kommunizieren. 

Denn Menschen, die psychologische Spiele im Drama-Dreieck spielen, haben auch einen Gewinn. Sie tauschen viel Aufmerksamkeit untereinander aus. Aufmerksamkeit ist ein Grundbedürfnis, dass sich jeder Mensch erfüllen muss. Menschen, die im Drama-Dreieck agieren, haben gelernt sich Aufmerksamkeit nicht direkt zu holen, sondern über Umwege.

5. Keine Lust mehr auf Drama? 7 Möglichkeiten zum Ausstieg

Nachdem wir uns angesehen haben, wie die Rollen des Drama-Dreiecks aufgebaut sind und wie sie sich auswirken, möchte ich dir nun 7 Möglichkeiten an die Hand geben aus dem Drama-Dreieck auszusteigen.

1. Triff deine Entscheidung gegen das Drama. Grundsätzlich kann es hilfreich sein, eine generelle Entscheidung gegen Dramen in Beziehungen zu fällen und sich stattdessen für Verantwortungsübernahme und aktive Beziehungsgestaltung zu entscheiden. Eine solche Entscheidung könnte so aussehen:

2. Bleibe geduldig. Es wird dir anfangs nicht gelingen jedes Drama-Spiel zu erkennen und sofort auszusteigen. Auch ich verfalle auch manchmal noch unbewusst in die Retter-Rolle und ärgere mich hinterher kurz über mich selbst. Das ist auch okay, solange du dich nicht fertig machst. Denn es ist doch super, wenn du anfängst Drama-Spiele zu erkennen. Das gibt dir die Chance, in einem nächsten Schritt auszusteigen.

Deswegen kannst du entspannt bleiben, wenn dir Drama-Spiele noch zustoßen. Sie sind noch Teil deiner gewohnheitsmäßigen Beziehungsgestaltung und es braucht auch etwas Zeit und Achtsamkeit, diese Gewohnheiten zu verändern.

3. Kenne deine Lieblingsrolle. Ein weiterer wichtiger Schritt besteht im Wissen um die eigene Lieblingsrolle – wie man sich in sie einladen lässt und wie man sie auslebt. Kannst du das konkrete Verhalten benennen, wie du dich in deine Rolle einladen lässt und wie du dann in deiner Rolle reagierst?

Ich (Steffen) gebe dir mal ein Beispiel aus meinem Leben: Meine „Lieblingsrolle“ ist die Retter-Position. Wenn sich meine Freundin bei mir über ein Problem beklagte (Einladung), reagierte ich mit gut gemeinten Ratschlägen (Verhalten) und war später sauer, wenn sie diese nicht befolgte (Rollenwechsel in den Verfolger).

Als ​mir meiner „Lieblingsrolle” dann bewusst wurde, reagierte ich nur noch, indem ich zuhörte und Mitgefühl für ihre Lage aufbrachte.

In meinem Buch erfährst du detailreich und praxisnah, wie du das Drama-Dreieck anwenden kannst, um deine Beziehungen zu verbessern.

4. Ignoriere Einladungen. Tu’ so, als ob du die Einladung gar nicht gehört hättest, und mache mit dem weiter, was du bisher getan hast. Beim Training treffe ich einen Freund. Der erzählt mir, wie jedes Mal, wie schrecklich seine Arbeit doch ist. Das verstehe ich, aus meiner Erfahrung heraus, als Opfer-Position und entscheide mich deswegen auf keinen Fall retten zu wollen. Deswegen ignoriere ich seine Klage und beginne mit einem anderen Thema: “Mal sehen, was wir heute für Übungen im Kurs machen.”

Manche Menschen entgegnen daraufhin, dass sie mein Verhalten unhöflich finden. Jedoch wurde ich nicht um Hilfe gebeten. Die Situation sähe anders aus, hätte mein Freund mich gefragt: “Steffen, was würdest du in dieser Situation machen? Kannst du mir einen Tipp geben?” Oftmals ändern Dauerkläger nichts an ihrer Situation. Ich sehe mich nicht als ihr emotionaler Abfalleimer. Denn ständiges Nörgeln raubt auf ungute Weise Energie.

Du kannst auch hilfsbereit bleiben - wenn du Gefälligkeiten aus freien Stücken und ohne Abwertung der Fähigkeiten anderer tust. Dein Partner freut sich bestimmt, wenn du ihm am Sonntag mit einem Frühstückstisch überrascht.

5. Übernimm’ keine Aufgaben, die du nicht wirklich tun willst. Es gibt Menschen, die hören sich stundenlang das Gejammer ihrer Freunde und Familienangehörigen an und kommen dabei in Erschöpfungszustände. Du könntest in einer entspannten Situation ankündigen, dass du das nicht mehr möchtest. Es gibt auch überarbeitete Angestellte, die für ihren kranken Kollegen in die Bresche springen und sich auf diese Weise letztendlich selbst ausbrennen. Auch hier lohnt es sich, auf sich zu achten und die eigenen körperlichen Anzeichen, wie beispielsweise Unlust oder Müdigkeit, ernst zu nehmen.

Es lohnt sich, sich selbst treu zu bleiben, in der Partnerschaft, in der Familie, bei Freunden und bei der Arbeit, und nur die Dinge zu tun, die man ​wirklich tun will. Dabei eventuell entstehende unangenehme Gefühle (z.B. Schuldgefühle) sind zunächst normal. „Sie gibt es gratis, wenn man sich entwickelt”, sagte mein transaktionsanalytischer Mentor häufig. Wenn es dir also wieder einmal in den Fingern juckt die Retter-Rolle einzunehmen, kannst du es doch ruhig einmal darauf ankommen lassen und schauen, was passiert, wenn du nicht eingreifst. Außerdem gibst du damit anderen Menschen die Möglichkeit ihre Selbstverantwortung wahrzunehmen.

Eine Mutter berichtete mir neulich, dass ihr Sohn im Teenager-Alter sie nach Aufgaben fragte, um sein Taschengeld aufzustocken. Sie übergab ihm eine Aufgabenliste. Nichts passierte. Normalerweise hätte die Mutter nachgehakt. Aber sie hatte in meinem Grundkurs Transaktionsanalyse gelernt, es auch einmal drauf ankommen zu lassen. Sie gab die Retter-Position auf und mischte sich nicht in die Belange ihres Sohnes ein. Nach drei Tagen fing der Sohn selbstständig an, seine Aufgaben zu erledigen.

6. Überdenke deine Haltung. Menschen, die bevorzugt die Verfolger-Rolle besetzen, können anfangen, ihre Haltung gegenüber anderen Menschen zu überdenken. Wenn du zum Beispiel mal wieder jemanden für sein Verhalten verurteilst, darfst du schauen, in welcher Situation du dich selbst auch schon einmal so verhalten hast. Die Verfolger-Rolle kann auch als Schutz gesehen werden. Schutz, indem man sich überhöht und andere angreift, um nicht die eigenen Schwächen sehen zu müssen. Echtes Selbstwertgefühl braucht nicht andere kleinzumachen, um sich selbst gut zu fühlen.

Menschen, die bevorzugt die Verfolger-Position besetzen, haben die Möglichkeit sich zu fragen: „Wie würde ich fühlen, denken und mich verhalten, wenn ich andere als selbstverantwortlich und in Ordnung betrachten würde?“

7. Traue dir was zu. Für Menschen, die bevorzugt die Opfer-Position besetzen, ist es wichtig, das eigene Denken sowie Selbstverantwortung zu entwickeln. Sie dürfen sich fragen: „Wenn über Nacht ein Wunder geschehen würde und ich selbstverantwortlich denken und handeln könnte: Wie würde ich handeln?“

Personen in der Opfer-Rolle haben nicht gelernt Verantwortung zu übernehmen. Oftmals aus der Angst heraus, sie könnten zu viel verlieren - ein Gedanke kindlicher Natur. Du könntest dich fragen: „Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen, um ... in mein Leben zu bringen?“

Angenommen du willst Smalltalk lernen. Du könntest dich fragen: „Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen, um Smalltalk erfolgreich anwenden zu können?“ Denke dabei an Zeit, Geld, negativ empfundene Emotionen - wie Scham, Beziehungen, Risiko des Scheiterns in Prozent oder Überwindung. Du könntest dann zu folgender Aussage kommen: „Mein Preis:

  1. Ich übe dreimal pro Woche für eine Stunde.
  2. Ich kaufe mir drei Bücher zum Thema und lese diese.
  3. Ich bin bereit meine Angst auszuhalten.
  4. Ich nehme das Risiko in Kauf von anderen zurückgewiesen zu werden.
  5. Sollte es mit diesem Preis nicht klappen, buche ich mir ein Praxisseminar.
  6. Ich bin bereit insgesamt 500 Euro in diese Fähigkeit zu investieren.
  7. Mein Risiko des Scheiterns schätze ich derzeit auf 80% am Anfang ein. Das bedeutet von 10 Smalltalks gelingen mir 2. Aber immerhin werde ich auch zweimal erfolgreich sein. Mit weiterer Übung wird sich meine Prozentzahl verbessern.“

6. Schnelle Übung zum Drama Dreieck

Jetzt beschreiben wir dir eine Situation und du kannst einmal überlegen, wie jemand aus den unterschiedlichen Rollen des Drama-Dreiecks denken und wie er oder sie sich verhalten würde. Anschließend kannst du noch überlegen, was jemand aus einer neutralen Position heraus denken und tun würde:

Du bist im Restaurant mit einem Freund. Ihm wird ein Getränk gebracht, dass nicht gesüßt ist. Er beschwert sich darüber am Tisch bei dir, handelt aber nicht. Was würde der Retter, Opfer, Verfolger, neutrale Position denken und wie verhalten?

Retter: ... (mögliche Gedanken und Handlung)

Opfer: ... (mögliche Gedanken und Handlung)

Verfolger: ... (mögliche Gedanken und Handlung)

neutrale Position: ... (mögliche Gedanken und Handlung)


Lösung: Jemand in der Retter-Position könnte sich denken: "Ich gebe mal einen Tipp." und dann sagen: "Frag doch den Kellner nach Zucker." oder den Kellner gar selbst herbeirufen. Jemand in der Opferposition könnte denken: "Da wüsste ich auch nicht, was man machen kann." und hilflos schauen. Jemand in der Verfolger-Position könnte denken: "Albern, worüber der sich aufregt." und dann sagen: "Dein ernst, dass du das Problemchen nicht geregelt bekommst?" Jemand in der neutralen Position könnte denken: "Mmh, okay." und entgegen: "Mmh" oder die Aussage einfach ignorieren.

Zum Drama-Dreieck Transaktionsanalyse gibt es noch wesentlich mehr zu erzählen. Es gibt weitere Ausstiegs- und Analysemöglichkeiten, was du tun kannst, falls jemand anders versucht dich ins Dreieck zu ziehen usw. Informiere dich über mein Buch über das Drama-Dreieck. Dort bekommst du Übungen und mehr, um das Drama-Dreieck für dich zu meistern.

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar. Auch Kritik, Ergänzungen und Rechtschreibfehler im Text arbeite ich gern in diesen Beitrag mit ein. :) Viele Grüße

Bernd und Steffen

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Drama Dreieck: Hier erfährst du alles über das Drama Dreieck der Transaktionsanalyse
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Drama Dreieck: Hier erfährst du alles über das Drama Dreieck der Transaktionsanalyse
Kurzbeschreibung:
Das Drama Dreieck beschreibt eine ungesunde Beziehungsdynamik zwischen Menschen. Hier lernst du wie du aus dem Drama aussteigen kannst.
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Transaktionsanalyse-online
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  • Jeca sagt:

    Sehr gut erklärt: einfach, auf den Punkt gebracht und nachvollziehbare Beispiele.

  • Cornelia sagt:

    super auf den Punkt gebracht und noch dazu leserfreundlich gestaltet, danke für die Denkanstöße!

  • Ich danke Euch sehr für diesen tollen Artikel, auf den ich in der Vorbereitung auf ein Seminar gestoßen bin. Sehr schön erklärt mit vielen Beispielen. Sehr hilfreich. Danke

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