Geheime Energieräuber: Die Inneren Antreiber

In diesem Artikel stellen wir Dir ein psychologisches Konzept vor, dessen Dynamiken massenhaft Energie verbrauchen. Gerade wenn es eng und stressig wird. Es zeigt Dir Wege auf, wie Du diese Dynamiken positiv verwenden kannst, damit Du Erschöpfung und Burnout vorbeugen kannst.

Hast Du die Energieräuber erst einmal in Dein Bewusstsein geholt und umgewandelt, sind sie wie ein hilfreiches Werkzeug im Haushalt, das Dich in vielen Lebenslagen unterstützt. Es umfasst Deine Erinnerungen, Deinen inneren Dialog, Deine Fähigkeiten, Deine Haltungen und Gedanken, Dein Gefühlsleben und Deine Gewohnheiten. Schauen wir uns dieses mächtige Konzept einmal genauer an.

Innere Antreiber im Alltag

Die Konzeptualisierung und erste Beschreibung der Antreiber stammt von Taibi Kahler (1977). Durch Verhaltensbeobachtungen hat er herausgefunden, dass Menschen dazu neigen bestimmte Verhaltensgewohnheiten lieber und häufiger einzusetzen als andere. Eine modernere Interpretation des Antreiberverhaltens findest Du bei Günther Mohr: Resilienzcoaching.

Im Alltag ist dies für die meisten Menschen leicht zu erkennen. Sie sprechen dann aber nicht von
Antreibern, sondern eher von einem Typus: “Das ist so ein Strahlemann. Der ist ein Perfektionist. Sie ist eine Hektikerin, usw.”

Fast immer werden die beobachtbaren Verhaltensweisen, die aus den Antreibern resultieren, als positive Eigenschaften in Begegnungen wahrgenommen. Auch die “Träger” dieser Eigenschaften selbst nehmen sie positiv wahr. Für sie sind es schon deshalb positive Eigenschaften, weil sie dazu schon häufig positive Rückmeldungen von ihren Freunden und Bekannten erhalten haben.

Lass uns beim Beispiel des immer freundlichen Mitmenschen bleiben: (Antreiber - “Sei gegenüber anderen freundlich und gefällig!”). So legt uns die Lebenserfahrung nahe, dass dieses Verhalten zwar oft passend ist, dass es aber mit Sicherheit auch Situationen gibt, wo dieses Verhalten unpassend oder sogar schädlich ist. Wenn dem “Immer-freundlich-und-gefällig-Typus” z.B.:

  • etwas weggenommen wird, 
  • er eigentlich etwas nicht so recht will,
  • er schon genügend zu tun hat,
  • ihm jemand gegenüber Grenzen überschreitet
  • oder ihm gegenüber unverschämt wird

müsste er andere Verhaltensweisen an den Tag legen. Und genau an dieser Stelle wird es problematisch: Zur Abwendung des konflikthaften Geschehens setzt dieser Typus immer und immer mehr seine bisherige freundliche und nette Art ein. “Viel hilft viel.” Doch, obwohl er immer mehr Freundlichkeits-Energie einsetzt, bleibt der erhoffte Erfolg aus. Jemand der unverschämt ist, fühlt sich eher noch ermutigt noch unverschämter zu sein, anstatt zu merken, dass er eine Grenze überschritten hat: “Mal sehen was da noch rauszuholen ist.” 

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Wie kommt es zum Energieraub?

Wenn Kinder ihre Sprache und dabei ihre neuronalen Strukturen und Systeme entwickeln, spielen Wiederholungen eine wichtige Rolle. Im Regelfall sind die Eltern und die nahen Familienangehörigen wie Geschwister oder Großeltern die ersten Bezugspersonen.

Das Überlebensprinzip, mit dem Babys, Kinder und auch Erwachsene ausgestattet sind, lautet Sicherheit. Zwei Grundbedingungen sind für dieses Sicherheitsbedürfnis Voraussetzung: 

  1. Die Notwendigkeit in einer sozialen Gruppe Platz zu haben und geborgen zu sein,
  2. verlässliche Abläufe und Strukturen im Verlauf der Zeit geboten zu bekommen.

Bei Ersterer ist die wichtigste Bedingung, überhaupt wahrgenommen zu werden. Wir wollen Beachtung finden. Eine der schlimmsten Erfahrungen für ein Kind (das gilt übrigens auch für Erwachsene) ist es, wenn die Bezugspersonen und Beteiligte sich so verhalten als wäre es gar nicht da. Jedes Kind ist angewiesen auf Beachtung. “Übersehen zu werden” ist eine schlimme Verletzung.

Manche Kinder entdecken bei einem Mangel an Beachtung, dass es möglich ist Beachtung zu erzwingen. Es ist für sie ein Leichtes herauszufinden, was die Eltern auf die Palme bringt. So bekommen die Kinder wenigstens Beachtung in Form von Strafen. Dieser Mechanismus kann lebenslang beibehalten werden oder bei einem neu auftretenden Mangel an Beachtung wieder neu aktiviert werden. So können wir manchmal in Teamentwicklungsprozessen beobachten, wie Führungskräfte mit ihrer Aufmerksamkeit intensiv bei problembehafteten Mitarbeitern sind, während die unproblematischen und selbständig performenden Teammitglieder ohne Beachtung bleiben. Solange, bis sie sich durch einen Fehler oder ein Problem Aufmerksamkeit erzwingen können. Dieser Vorgang bleibt meistens unbewusst.

Im Normalfall bekommt ein Kind ausreichend positive Beachtung: 

  • Es wird genährt, wenn es Hunger hat
  • Es wird getröstet, wenn es weint oder traurig ist
  • Es wird geschützt, wenn es sich bedroht fühlt

Zuwendung zu bekommen ist der sicherste Beweis aufgehoben und in einer Gemeinschaft gehalten zu sein.

Der zweite Aspekt besteht darin verlässliche Strukturen vorzufinden. Er bedient gleichermaßen das Sicherheitsbedürfnis. Spätestens wenn ein Kind ein Zeitgefühl entwickelt hat, taucht das Bedürfnis auf zu wissen, wie es weiter geht. Was passiert in einer Stunde, was morgen, was wenn ich groß bin, usw.

Gleichartige, wiederkehrende Situationen in nicht allzu großen Zeitabständen stärken das Gefühl, verlässlich in die Zukunft blicken zu können.

Das abendliche Ritual des Vorlesens, regelmäßige Mahlzeiten, Morgenrituale usw. sind Beispiele für diese strukturgebenden Abläufe. Sie geben einem Kind Orientierung und Sicherheit im Zeitverlauf.

Den beiden Aspekten des Sicherheitsbedürfnisses gegenüber steht ein Hunger nach Anregung, Stimulation und Erregung. Unser Nervensystem funktioniert nicht ohne Anregung. Es bricht zusammen, wenn man einem Menschen diese Anregung entzieht. Beispielsweise kann das bei
langen Krankenhausaufenthalten oder Inhaftierung der Fall sein. Das wird Hospitalismus genannt. Aber auch als Foltermethode ist dieses Phänomen bekannt. Es ist Folter für Menschen, wenn man ihnen den hell-dunkel Rhythmus (Dunkelhaft), Geräusche und Bewegung entzieht. Damit kann man Menschen in den Wahnsinn treiben.

Entwicklung der Antreiber - Einflüsse von Außen

Im konkreten Erlebensbereich eines Kleinkindes spielen spezifische Bedingungen eine prägende Rolle: Stell Dir vor, Du wirst als drittes Kind geboren. Du bist ein Mädchen und Du findest eine sechs Jahre ältere Schwester und einen drei Jahre älteren Bruder vor. Beide haben die
Bedingungen für ein Höchstmaß an Zuwendung schon herausgefunden und sie haben sich ihren Platz in der Familie eingerichtet. Da sie unterschiedlichen Geschlechts sind, war das gar nicht so schwer. Beide sind sehr aktiv und manchmal für die Eltern etwas anstrengend. Die Schwester ist das quirlige Mädchen und der Bruder der lausbubenhafte Junge. Jetzt kommst Du dazu.

Welche Rolle bleibt Dir oder wird Dir angeboten?

 Du merkst, dass Deine Mutter froh wird, wenn Du nicht so anstrengend wie Deine Geschwister bist, nicht so draufgängerisch wie Dein Bruder, eher pflegeleicht und brav. Und schon gar nicht so quirlig wie Deine Schwester. Man kann Dich sogar ohne Bedenken für ein paar Wochen zu Oma geben, weil Du ja so gut zu haben bist. Es kommt
noch ein Geschwisterkind nach Dir. Ein Junge, der häufig kränklich ist. Er zieht auch noch einiges an Aufmerksamkeit ab. Die Eltern betreiben Landwirtschaft und sind mit ihrer Aufmerksamkeit im Wesentlichen bei ihrer Arbeit.

Du lernst, dass Deine Eltern nicht alles mitbekommen was Dir widerfährt oder es nur beiläufig kommentieren. Wenn Du in beängstigenden Situationen bist, musst Du schauen, wie Du alleine zurecht kommst. Wenn Du den Impuls hast wütend zu sein, weil Du ungerecht behandelt wurdest, musst Du dieses Gefühl unterdrücken. Denn die Momente, in denen Du Beachtung und Zuwendung erfährst, sind die, wo Du pflegeleicht, ruhig und brav bist. Also entwickelst Du die Fähigkeit Gefühle zu unterdrücken. Insbesondere Wut und das Angstgefühl. Stattdessen zeigst Du Dich tapfer, stark und unerschütterlich.

Diese Fähigkeit verfestigt sich in Deinem Nervensystem als automatisierte Verhaltensrichtlinie und sie wird für Dich normal. Du kannst nichts Auffälliges an Dir entdecken.

Diese Fähigkeit, emotional kontrolliert zu sein, wird in vielen Bereichen der Gesellschaft sehr geschätzt. So z.B. bei Rettungssanitätern, Juristen und Führungskräften - um nur einige zu nennen.

Du sagst unbewusst zu Dir selbst: “Wenn Du Zuwendung und Anerkennung willst, dann sei immer cool und stark.” Gerade in Situationen, in denen Du selbst in Bedrängnis bist und es Dir besonders wichtig ist, Dein Sicherheitsgefühl wieder zu erlangen, wird sich der “Sei stark!”-Antreiber besonders stark in Deinem Denken, Fühlen und Verhalten ausdrücken.

Hinter unserem Handeln stecken also verinnerlichte elterliche Haltungen und Erwartungen, die Du Dir zu eigen gemacht hast. Die inneren Antreiber zeigen sich als unbewusste Automatismen, die unser Denken, Fühlen und Verhalten bestimmen.

Die fünf Antreiber 

  1. Sei immer perfekt!
    Entspricht Hr. Wegmann mit seinem korrekt sitzen den Anzug und seinem pünktlichen Sitzungsbeginn 
  2. Sei (anderen) immer gefällig!
    Entspricht Lisa, der guten Seele der Abteilung
  3. Streng Dich immer an!
    Entspricht Lasse mit seinen ständigen Sorgenfalten auf der Stirn 
  4. Sei immer stark!
    Entspricht André, der sich seinen Stress nicht an merken lässt 
  5. Beeil Dich immer!
    Entspricht Andrea, die ständig noch Aufgaben erledigt

Im Grunde genommen repräsentieren sie auch positive Eigenschaften wie: ​

  1. Genauigkeit und Fehlerlosigkeit (Sei perfekt!) ​
  2. Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit (Sei anderen gefällig!)​
  3. Gründlichkeit und Durchhaltevermögen (Streng Dich an!) ​
  4. Stärke und Unabhängigkeit (Sei stark!) ​
  5. Schnelligkeit und die Fähigkeit, Chancen zu nutzen (Beeil dich!) 

Das Konzept der Antreiber beschreibt ein übertriebenes, gelegentlich unpassendes Ausleben dieser Eigenschaften. Wir machen unser Ok-Sein vom Einhalten dieser Antreiber abhängig. Auf diese Weise geht aber der positive Zweck, den sie auch haben, verloren. Du schießt über ein vernünftiges Maß hinaus.

Je nach Ausprägung beeinflussen uns die Antreiber enorm, vor allem das Verhalten und Erleben. Gerade in Stress- oder Konfliktsituationen werden sie unpassend aktiv. Dann kann die ganze Denk- und Ausdrucksweise von ihnen geprägt sein.

Sie können sogar so mächtig sein, dass sie beinahe jede Äußerung eines Menschen bestimmen oder zumindest färben können, seien es: ​

  • Sprache ​
  • Körperhaltung ​
  • Gesichtsausdruck ​
  • Verhalten gegenüber anderen ​
  • Die Art, wie an Dinge herangegangen wird 

Nach Kahler sind alle Antreiber in jedem Menschen eingeprägt. Jeder von uns weist Verhaltensweisen auf, die jeweils einem der fünf Antreiber zugeordnen werden können. Es gibt jedoch einen stärksten, einen zweit-stärksten usw. Der auffälligste wird als “Primärantreiber” bezeichnet. Niemand steht ständig unter dem Einfluss der Antreiber. Sie werden eher in bestimmten Situationen und im Zusammenhang mit gewissen Personen aktiv. Meistens gerade dann, wenn in irgendeiner Form nicht alles rund läuft. Kahler glaubt, dass sie in allen Kulturen zu finden sind.

Die negative Wirkung der Antreiber

Antreiber wirken sich deswegen negativ aus, weil sie auch in unpassenden Situationen einen Anspruch auf 100%-ige Erfüllung stellen. So können wir beispielsweise nur bedingt beeinflussen, ob uns jemand mag. Schafft jemand mit einem “Beeil dich”-Antreiber seine Arbeit nicht, kommt es zumindest zu einem inneren Unbehagen.

Antreiber haben oft nur wenig mit einer angemessenen Reaktion auf gegenwärtige Ereignisse zu tun. Sie sind eher ein verinnerlichtes Verhaltensmuster, das bis jetzt nicht hinterfragt und reflektiert wurde. ​

Menschen, die als Kinder das Verhaltensmuster der Antreiber entwickelt haben, stellen sich gefühlsmäßig diese Frage: Was kann ich tun, damit ich doch noch ein Gefühl von „in Ordnung sein / meinen Platz haben / gemocht werden“ haben kann? Die jeweiligen Antreiber bieten eine Antwort. Ihnen zu gehorchen verdeckt seither die darunter liegende Thematik. Nämlich ein Gefühl des Nicht-Okay-seins, nicht so sein zu dürfen wie es dem eigenen Bedürfnis gemäß wäre. Anders ausgedrückt: Dieser Mensch erlebt sich solange als in Ordnung, solange er perfekt, gefällig usw. ist.

Solange wir den vorgeschriebenen Regeln der Antreiber gehorchen, befinden wir uns in einer Position des “bedingten in Ordnung seins”. Nur unter der Bedingung des perfekt seins, gefällig seins, angestrengt seins, stark seins und schnell seins sind wir in Ordung, fühlen wir uns gemocht und sicher. Ein paar Beispiele:​

  • Du sollst als Kind aufhören zu weinen. Du erlebst Dich erst als “in Ordnung”, wenn Du Deine Gefühle unterdrückst. Ein “Sei stark!”-Antreiber könnte die Folge sein. ​
  • Das ständige Augenverdrehen der Eltern versteht Du als Kind so, dass Du nervig (nicht in Ordnung) bist. Du bezieht das Verhalten der Eltern auf Dich und entwickelst daraufhin einen „Sei gefällig“-Antreiber, indem Du ohne jeglichen Widerstand alles machst, was die Eltern Dir sagen. So bekommst Du Lob, als Du selbstständig die Küche fegst. Es ist zu erkennen, dass Du gefälliges Verhalten sogar vorwegnimmst, um Deinem Antreiber zu gehorchen.

Willst Du einen Antreiber bewusst und sofort “ausschalten” indem Du Dein Antreiberverhalten unterbrichst, kann es passieren, dass Du umgehend mit der darunter liegenden Thematik konfrontiert wirst, die der Antreiber zu überdecken versucht. Also lass Dir Zeit und gehe behutsam mit Deinen Veränderungswünschen um. Dann hat auch die darunter liegende Thematik Zeit neu sortiert zu werden. Löst Du die darunter liegende Thematik auf, wird auch der Antreiber nicht mehr benötigt. Er kann Dir dann in seiner erlösten Form gute Dienste leisten. Das bedeutet, dass Du schnell, stark usw. sein kannst, wenn Du es willst und wenn Du es als passend erachtest.

Entscheidet sich Lisa aus dem Büro nicht mehr gefällig zu sein, könnte sie sich zunächst als Störfaktor (nicht in Ordnung, nicht gemocht) fühlen. Und drückt André seine Gefühle aus, könnte er Scham (nicht in Ordnung) fühlen. Beide haben die Möglichkeit in sich zu kehren, sich zu reflektieren und diese Gefühle zu beobachten. Dieses Beobachten wird die Gefühle nach einiger Zeit verändern.

Das Gefühlsleben hinkt Veränderungswünschen häufig etwas hinterher. Wenn Du Dich beispielsweise entscheidest nicht mehr gefällig zu sein, kann es durchaus sein, dass Du noch eine Weile Scham, vielleicht auch Angst oder ein anderes negativ empfundenes Gefühl spürst. Lass Dich dadurch nicht irritieren. Wenn Du dran bleibst, dann stellt sich ein stimmiges Gefühl nach und nach ein. Dann ist die Veränderung zu einer neuen Gewohnheit geworden.

Antreiber können auch als Kombination im gleichen Verhalten auftreten. Wenn Andrea losläuft um das vergessene Laptop Kabel zu holen, kann es sein, dass sie den „Sei gefällig!“-, „Beeil Dich!“-, „Sei perfekt!“-, und „Streng Dich an!“ - Antreiber zur gleichen Zeit lebt.

So erkennst du Antreiber

Du kannst innere Antreiber anhand verschiedener Indizien erkennen. Es reicht jedoch nicht aus, sie an Wortfloskeln oder Gesten festzumachen. Es kann sehr sinnvoll sein ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Stimmung der Antreiber bei Dir und anderen entstehen lässt, wenn Du in verschiedenen Situationen bist. Es gibt jedoch allerhand Hinweise auf Antreiber, die Du auch beobachten kannst. Jeder Antreiber wird gekennzeichnet durch eine typische Kombination von: ​

  • Wortwahl ​
  • Sprechweise ​
  • Gesichtsausdruck ​
  • Gesten ​
  • Körperhaltung 

Auf die Anzeichen des jeweiligen Antreibers gehen wir in den folgenden Unterkapiteln ein. Damit Du Dir klarer werden kannst mit welchen Antreibern Du es zu tun hast, stellen wir Dir einen Antreiber-Test zur Verfügung. Mit ihm kommst Du Deinen eigenen Dynamiken und ihren Ausprägungen auf die Schliche. Mache ihn am besten vor dem Weiterlesen. So kannst Du die folgenden Kapitel mit Fokus auf Deine individuellen Antreiber lesen. Um den Test zu machen, besuche unsere Webseite: www. transaktionsanalyse-online.de/burnout-vorbeugen-buch

Umgang mit Antreibern

Antreiber haben auch Talente bei Dir hervorgebracht, die mit deren Reifung wieder positiv hervortreten können ohne dass Du unter ihren Nachteilen leiden musst. Der Unterschied zwischen einem noch schadhaften Antreiber und einem erlösten besteht darin, dass die gereifte Form keine Zweifel mehr am Selbstwert aufkommen lässt, sondern Freiheit für angemessenes Verhalten lässt.

Du kannst Dich beeilen oder auch nicht und fühlst Dich bei beiden Entscheidungen gut.

Oder Du kannst etwas perfekt machen, musst es aber nicht. Das eigene Lebensgrundgefühl wird nicht mehr von einer solchen Entscheidung negativ beeinflusst.

Wenn Du unter Druck gerätst, geben Dir die unerlösten Antreiber die falschen und gefährliche Signale. Folgst Du ihnen, gerätst Du immer tiefer in die Verschlimmerungs-Spirale. Erlangst Du jedoch diese neue Freiheit, bist Du nicht mehr gefährdet von der Klippe des Burnouts zu stürzen.

Damit sich die Antreiber nicht schädlich in Beruf und Privatleben auswirken, solltest Du Dich mit ihnen ehrlich und selbstkritisch auseinandersetzen. Dabei kannst Du ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Verhaltensweisen in welchem Maß durchaus sinnvoll sind und welche Stress (bei Dir selbst und bei anderen) auslösen. Alte Antreiber-Funktionsweisen können dann schrittweise durch neues Verhalten ersetzt werden.

  • Diese Maßnahmen kannst Du treffen, um mit Deinen Antreibern umzugehen: ​
  • Lerne die positiven Aspekte und Ressourcen schätzen, die mit Deinem Antreiber verbunden sind. Es sind Deine Talente.
  • Du kannst ein Bewusstsein für die Funktionsweise Deiner Antreiber entwickeln und diejenigen Situationen identifizieren, in denen sie gehäuft oder stärker auftreten.
  • Du kannst hemmende und hinderliche Bewertungen überprüfen und Dir eine passende Erlaubnis geben, statt Antreiber wirken zu lassen. ​

Achte bei Dir auf körperliche Anzeichen und unterbrich bewusst die Handlung:

  • Wenn Du beispielsweise bemerkst, wie Du Deine Stirn in Falten legst, kannst Du sie wieder entspannen.
  • Wenn Deine Bauchmuskeln verspannt sind und Du nur noch in die Brust atmest, atme bewusst in den Bauch und beobachte wie Du den Bauch entspannen kannst. Nimm Dir ruhig ein paar Minuten Zeit dafür.
  • Wenn Du bemerkst wie Du mit den Füßen unruhig wippst, entspanne Dich in Geduld.
  • Wenn Du bemerkst, dass Du ständig in Blickkontakt bist, wende ihn ab.
  • Wenn Du bemerkst, dass die Zeit knapp wird, erlaube Dir Dich mit dem bisher Erreichten zufrieden zu geben. 

Wichtig ist, dass Deine inneren Antreiber Dein Handeln nicht permanent bestimmen und schon gar nicht in unpassenden Situationen das Kommando übernehmen. Denn auf diese Weise erschöpfst Du Dich nur. In den richtigen Situationen eingesetzt, sind sie sehr wertvoll. Nur wann ist diese „richtige” Situation?

Auf diese Frage kannst Du eine Antwort finden. Das kannst Du tun, indem Du Dir Zeit nimmst, in Dich hineinzufühlen. Es braucht manchmal ein wenig länger, bis Du mit Gefühlen in Kontakt kommst. Trau Dich, nimm Dir genügend Zeit, es wird ein Kontakt zustande kommen. Gefühle sind wichtige Indikatoren, die Schlussfolgerungen auf die dahinterliegenden Themen zulassen. Lernst Du mit Deinen Gefühlen in Kontakt zu sein, hast Du ein inneres Alarmsystem, das Dich hervorragend vor Erschöpfung und Ausbrennen schützt.

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Die Inneren Antreiber
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In diesem Artikel stellen wir Dir ein psychologisches Konzept vor, dessen Dynamiken massenhaft Energie verbrauchen. Gerade wenn es eng und stressig wird. Es zeigt Dir Wege auf, wie Du diese Dynamiken positiv verwenden kannst, damit Du Erschöpfung und Burnout vorbeugen kannst.
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