Transaktionsanalyse

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Transaktionsanalyse (TA) ist eine Theorie für die Praxis. Sie macht menschliches Miteinander sichtbar, verstehbar und gestaltbar. Du wirst erkennen was in dir, in anderen und während des Kommunizierens vor sich geht und wie du jeden dieser Bereiche entwickeln kannst. Mit ihrer klaren Zielsetzung für menschliche Entwicklung gibt sie dir Orientierung. So weißt du jederzeit wie du dich entwickelt hast und wo du noch Potential besteht. Durch ihr positives Menschenbild fördert sie echtes Miteinander und friedliche Entwicklung. "Deswegen sehe ich die Transaktionsanalyse als Entwicklungsbeschleuniger." Steffen Raebricht - Gründer von TA-online

1. Was ist Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse (TA) ist eine Kommunikationstheorie. Aus der Analyse von Kommunikationseinheiten, den sogenannten Transaktionen, zieht sie Schlüsse auf die psychische Struktur von Menschen.

Ihr Kern besteht aus zwei Kernkonzepten, den Ich-Zuständen und den Transaktionen. Wir gehen später auf sie ein.

Die Transaktionsanalyse wurde von Eric Berne Mitte des letzten Jahrhunderts begründet. Mit seinem Buch „Spiele der Erwachsenen“ erregte er internationale Aufmerksamkeit.

Transaktionsanalyse Eric Berne

Eric Berne - der Begründer der Transaktionsanalyse

Die TA hat den Anspruch einfach verständlich zu sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie oberflächlich oder gar einfach ist. Ihre Konzepte durchdringen Kommunikationsaustausch in der Tiefe. Der einfache Aufbau ihrer Konzepte brachte der Transaktionsanalyse den Ruf einer "Westentaschenpsychologie" ein. Deswegen verlor sie an Popularität. Wer sich ernsthaft mit ihr auseinandersetzt erkennt schnell, dass sie alles andere als oberflächlich ist. Die einfach verständlichen Konzepte werden in ihrer Kombination komplex. Kleinste Kommunikationseinheiten können analysiert werden. Eine Aneinanderreihung von kleinen Kommunikationseinheiten lässt dann Schlüsse auf größere Beziehungsdynamiken zu.

Mehr Infos zur TA findest du hier...

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Lieber Steffen, deine Mails und die damit verbundenen Inputs lese ich jedes mal voller Begeisterung und sie sind mir Inspiration und steigern mein Bewusstsein… Ich könnte dir noch so viel mehr schreiben! Ganz herzlichen Gruss und vor allen Dingen, DANKE, dass Du deine Erfahrungen und Gedanken mit anderen Menschen teilst, Guido

Guido Jost
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2. Grundüberzeugungen

Die Transaktionsanalyse hat mehrere Grundüberzeugungen, von denen drei jedoch schwerpunktmäßig zu nennen sind:

  • Die Menschen sind in Ordnung
  • Jeder Mensch hat die Fähigkeit zu denken
  • Die Kommunikation ist frei und offen

Die Grundüberzeugungen klingen zunächst alltäglich und oberflächlich. Jedoch ist ist ihre Umsetzung im Alltag alles andere als banal. Kennst du einen Menschen, bei dessen Anblick du angewidert eine Augenbraue nach oben ziehen würdest? Vielleicht ein Politiker? (Die Menschen sind in Ordnung)

Oder tust du auch Dinge, die sich  „gehören“? Zum Beispiel immer aufessen, freundlich sein, dich "ordentlich" anziehen, nicht aus der Reihe tanzen etc.? (Jeder Mensch hat die Fähigkeit zu denken)

Oder würdest du einem attraktiven Menschen direkt sagen, dass du ihn attraktiv findest und ihn nach einem Date fragen? (Die Kommunikation ist frei und offen)

Die Menschen sind in Ordnung bedeutet, dass jeder Mensch via Geburtsrecht in Ordnung ist. Sein Verhalten kann auch nicht in Ordnung sein. Davon unberührt bleibt in jedem Fall die Person. Gerade in Situationen, wo Menschen es besser wissen, wo jemand Recht haben will, aber auch wo sich jemand klein macht, wird diese Haltung häufig nicht eingenommen. In Transaktionsanalyse Ausbildungen wird trainiert, wie man Menschen mit Respekt auf Augenhöhe begegnet.

Jeder Mensch hat die Fähigkeit zu denken: Das bedeutet, dass Menschen die Fähigkeit besitzen ihre kindlichen und elterlichen übernommenen Gedanken zu reflektieren und anhand der Realität im Hier und Jetzt zu hinterfragen. „Das macht man so.“ „Das gehört sich so.“ „Ich suche nach meinem Traumprinzen.“ „Irgendwann werden die Leute schon bemerken wie ich leide.“ sind oftmals keine Gedanken, die von Erwachsenen an der Realität im Hier und Jetzt überprüft worden sind. Es handelt sich um unreflektiert übernommene  oder  Gedanken aus der Kindheit. Es braucht ein bewusst werden solcher „unechten“ Gedanken und Überprüfung anhand der Realität, um selbstständig zu Denken. Selbstständiges Denken im Sinne der TA bedeutet sich eigene Gedanken zu machen, frei von Konventionen, ethisch geleitet, anhand der Realität, im Hier und Jetzt.

Die Kommunikation ist frei und offen: Das bedeutet, dass Bedürfnisse, Wünsche und Wahrnehmungen frei heraus, direkt angesprochen werden dürfen. Die Idee dabei ist kommunikative Umwege zu vermieden. Beispiel: Jemand verspürt Appetit und möchte etwas Essen gehen. Er fragt seinen Gegenüber: „Hast du Hunger?“ Statt das eigene Bedürfnis direkt zu äußern wird ein Umweg gegangen. Er kann langfristig gesehen gefährliche Folgen für Beziehungen haben. Stell dir vor die andere Person sagt. „Nein. Aber danke, dass du fragst.“ - Und widmet sich weiter seiner Arbeit. Es könnte Gefahr bestehen, dass sich nun Frustration auf der anderen Gesprächsseite breit macht, weil das Bedürfnis nicht gesehen wurde. In TA Ausbildung lernst du deine Bedürfnisse wahrzunehmen und direkt zu äußern. Du lernst auch andere dazu einzuladen dasselbe zu tun.

Diese drei Grundannahmen lassen sich kombinieren. Menschen, die mit diesen Haltungen mit anderen in Kontakt treten, werden als klar, selbstbewusst, freundlich und respektvoll wahrgenommen. Sie können auf andere angemessen reagieren und sich gleichzeitig positionieren.

  • Klar (Fähigkeit zu Denken)
  • Selbstbewusst (Fähigkeit zu Denken, Menschen sind in Ordnung)
  • Freundlilch (Menschen sind in Ordnung)
  • Respektvoll (Menschen sind in Ordnung)
  • Angemessen agieren und reagieren (Fähigkeit zu Denken, Kommunikation ist frei und offen, Menschen sind in Ordnung)
  • Sich positionieren (Kommunikation ist frei und offen)

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Hallo Steffen, ich finde dein Engagement übrigens echt bemerkenswert. Deine Beiträge bringen mich immer wieder auf neue Ansätze und zeigen neue Sichtweisen auf. Herzlichen Dank dafür!

Christine Gmelch
Absolventin des Grundkurses TA

3. Transaktionsanalyse Konzepte

Die TA besteht aus zwei Kernkonzepten, den:

  • Ich-Zuständen 
  • Transaktionen

Die Ich-Zustände geben Auskunft darüber, in welchem Denk-, Gefühls und Verhaltenszustand du und andere sich befinden. Transaktionen machen Kommunikationsaustausch zwischen den Ich-Zuständen sichtbar. Im folgenden Bild siehst du eine Möglichkeit, wie die beiden Konzepte mit einander interagieren könnten.

Ich Zustände Transaktionen Transaktionsanalyse

Ich-Zustände und Transaktionen bilden das Fundament aller weiteren transaktionsanalytischen Konzepte. Weitere Konzepte sind:

  • Vertrag in der Transaktionsanalyse
  • psychologische Grundbedürfnisse
  • Lebensskript der Transaktionsanalyse
  • Drama-Dreieck
  • Spiele in der Transaktionsanalyse
  • Maschen und Gefühle (Rackets- and Racket feelings)
  • Passivitätskonzept der Transaktionsanalyse
  • Antreiber und Miniskript

Übrigens: Das sind die Lernmodule des Grundkurses Transaktionsanalyse

Lass uns jedes dieser Konzepte genauer beleuchten:

  • Ich-zustände
  • Transaktionen
  • Vertrag
  • Psy Bedürfnisse
  • Lebensskript
  • Drama-Dreieck
  • Spiele
  • Maschen & Gefühle
  • Passivität​​​​
  • Antreiber

Ich-Zustände

Ich Zustände Transaktionsanalyse

Du kannst dir das Video anschauen. Darunter findest du das Transkript des Videos, falls du lieber Lesen magst.

Transkript

Wir beschäftigen uns jetzt in dem Modul mit den Ich-Zuständen. Sie stellen das zentrale Konzept der Transaktionsanalyse dar. Mit ihrer Hilfe kannst du dich und deine Mitmenschen besser kennen- und verstehen lernen.

Vielleicht kennst du ja das Beispiel: Du sitzt in einem Meeting und ihr macht Vorschläge wie ihr die nächste Betriebsfeier gestaltet. Ein Kollege entgegnet auf jeden Vorschlag mit “Ja, aber…”. Ja, aber, zu teuer. Ja, aber, zu aufwendig. Ja, aber - Ja, aber - Ja, aber...

Nach dem dritten “Ja, aber” merkst du wie du ärgerlich wirst.

Vielleicht konntet ihr euch dann aber doch auf einen Vorschlag einigen. Und jetzt diskutiert ihr erwachsen, wie ihr die Betriebsfeier umsetzt. Ihr durchdenkt verschiedene Möglichkeiten und trefft anschließend Entscheidungen.

Vielleicht tragt ihr danach eurem Chef die Ergebnisse vor, aber der bekommt einen Tobsuchtsanfall und fragt euch, was das alles soll. Und vielleicht verspürst du währenddessen, dass du ängstlich oder innerlich stur wirst.

Du wirst mir recht geben, wenn ich sage, dass du dich in diesen verschiedenen Situationen unterschiedlich verhalten hast. Du hast dich aber nicht nur unterschiedlich verhalten, sondern auch unterschiedlich gedacht und unterschiedlich gefühlt. Die Transaktionsanalyse nennt diesen Komplex aus Denken, Fühlen und Verhalten einen Ich-Zustand. Es gibt drei. 

Eltern-Ich-Zustand. Erwachsenen-Ich-Zustand. Und den Kind-Ich-Zustand.

Im Eltern-Ich-Zustand denkst, verhältst und fühlst du dich so wie es eine Autoritätsperson in deinem Leben getan hat. Wenn du im Erwachsenen-Ich-Zustand bist, verhältst du dich logisch, angemessen und reagierst auf das Hier und Jetzt. Im Kind-Ich-Zustand denkst, fühlst und verhältst du dich so, wie du es in Kindertagen getan hast. Alle drei Ich-Zustände werden in der Transaktionsanalyse als das Ich-Zustands-Modell bezeichnet.

Jeder Ich-Zustand ist eine Zusammensetzung aus Denken, Fühlen und Verhalten. 

In den weiteren Betrachtungen werden wir uns verstärkt auf das Verhalten beziehen. 

Du bist in einem Geschäft und siehst eine tolle Jacke. Ganz entzückt probierst du sie an und möchtest sie unbedingt haben. Du befindest dich Kind-Ich-Zustand. Aus diesem kommen unter anderem unsere Bedürfnisse. Dann schaust du auf den Preis und stellst fest: 1199 EUR. Ernüchtert sagst du zu dir selbst im elterlichen Ton: “Das ist ja eine Schweinerei, dieser Preis. Was glauben die eigentlich. Und die Jacke ist nicht mal wetterfest.”

Gleichzeitig bemerkst du, wie du diese Jacke unbedingt haben willst. Dein Kind-Ich meldet sich wieder. Du fängst an zu überlegen und musst dir eingestehen, dass du dir diese Jacke nicht leisten kannst. Du hast ins Erwachsenen-Ich wechselt. 

Doch dich überkommt es und du kaufst sie trotzdem. In diesem Fall hast du dein Erwachsenen-Ich ausgeblendet und bist deinem Kind-Ich- Zustand gefolgt. 

Als du Zuhause bist und dein Partner sich über den Preis beschwert, kommst du in Erklärungsnot. Du befindest dich im Kind-Ich. 

Schließlich hast du ein Einsehen darin, dass die Jacke zu teuer ist und beschließt, sie am nächsten Tag zurück zu bringen. Diese Entscheidung kommt aus dem Erwachsenen-Ich. 

Ich gebe dir jetzt mal ein Beispiel und du errätst in welchem Ich-Zustand ich mich befinde.

  • “Gibst du mir bitte das Salz?” (elterlich gesprochen)
  • “Gibst du mir bitte das Salz?” (erwachsen gesprochen)
  • “Gibst du mir bitte das Salz?” (kindlich gesprochen)

Sicherlich konntest du es schon erraten. Ich fing an mit dem Eltern-Ich-Zustand, ging dann über in den Erwachsenen-Ich-Zustand und dann in den Kind-Ich-Zustand.

Und du stellst auch fest: Man kann genau das Gleiche sagen, aus allen drei Zuständen heraus. Und wie dein Gegenüber darauf reagiert, ist natürlich unterschiedlich. 

Vereinfacht gilt: Der Eltern-Ich-Zustand ist die beurteilende und moralische Ebene. Der Erwachsenen-Ich-Zustand reagiert auf das Hier und Jetzt - rational und logisch. Der Kind-Ich-Zustand ist der Zustand, in dem die Bedürfnisse entstehen und die kindlichen Strategien, diese zu erfüllen, gespeichert sind.

Zu einer gesunden und ausgeglichenen Persönlichkeit gehören alle drei Ich-Zustände. Das Eltern-Ich strukturiert die Umwelt und hilft anderen Menschen. Das Erwachsenen-Ich betrachtet das Hier und Jetzt rational und logisch. Im Kind-Ich ist unsere Spontanität und Kreativität angelegt. 

Ein Ich-Zustand ist die Gesamtheit von Verhalten, Denken und Fühlen. Sie sind also kein eigenes Wesen, sondern beschreibt eher wie du in einer Situation bist. Es ist also nicht so dass “dein Kind jetzt Spaß haben will”, sondern du willst jetzt Spaß haben, wie schon als Kind.

Das Modell der drei Zuständen wird auch Strukturmodell genannt. Es konzentriert sich darauf, in welchem Modus du denkst und fühlst. Du kannst dir die Ich-Zustände im Strukturmodell wie eine Art Ablage oder Speicher vorstellen. In jedem sind Denk-, Gefühls- und Verhaltenssysteme abgelegt, auf die du jederzeit zugreifen kannst - jedoch nicht musst.

Im nächsten Video besprechen wir das Funktionsmodell. Im Gegensatz zum Strukturmodell beschreibt es nicht den Inhalt der Ich-Zustände, sondern wie es sich äussert, wenn jemand auf diese Inhalte zugreift. Es zeigt also, wie die Ich-Zustände zum Ausdruck kommen.

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5. Nützliche Links

Hier findest du nützliche Links, um dich weitergehend über Transaktionsanalyse zu informieren. Viel Freude.

Hallo, mein Name ist Steffen Raebricht. Auf dieser Seite möchte ich dir ermöglichen, dich online mit Transaktionsanalyse (TA) zu befassen. Es gibt jede Menge kostenloses Infomaterial rund um die TA für dich. Um tiefer einzusteigen kannst du auch Bücher, Onlinekurse mit offizieller Zertifizierung und Online-Live-Training belegen. Das alles gibt es hier. Hast du einen Wunsch bezüglich der Transaktionsanalyse? Zögere nicht, mir zu schreiben. Ich freue mich darauf mit dir in Kontakt zu treten.
Viele Grüße, Dein Steffen

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Die Transaktionsanalyse (TA) ist eine Theorie für die Praxis. In diesem Artikel erfährst du alles über diese Methode: Geschichte, Konzepte, Struktur usw.
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